This page in English!  

Kopffüßer (Cephalopoda) - Teil 2

Verhalten, Lebensweise und Fortpflanzung

 

Inhalt


Zirrenkrake oder Kleiner Octopus (Eledone cirrhosa): Pembrokeshire,
Wales, UK. Bild: Phil Newman (iNaturalist) Bild vergrößern!
     
Teil 1 Teil 2 Teil 3 Teil 4
     

 

Verhalten und Lebensweise

Seitenanfang.

Trotz ihrer geringen Artenzahl, verglichen mit anderen Weichtierklassen, ist es den Kopffüßern gelungen, sich im Verlauf ihrer Entwicklung an sehr unterschiedliche Lebensräume und Lebensweisen im Meer anzupassen. Entsprechend verschieden sind auch die Methoden, die Kopffüßer bei der Ernährung, Fortbewegung und Verteidigung einsetzen: So unterscheiden sich die pfeilschnell durchs Meer schießenden Kalmare deutlich von den geruhsam schwebenden Perlbooten und Sepien und den am Boden herumwandernden Kraken. Erstaunlich und bemerkenswert sind die Fähigkeiten vieler Kopffüßer, ihre Farbe und Form zu verändern und sich auf vielfältige Weise zu tarnen. Der Einsatz von Tinte hat bei vielen Kopffüßern zur umgangssprachlichen Bezeichnung Tintenfische geführt.

Nahrungsaufnahme und Verdauung

Die rezenten Kopffüßer sind sämtlich Fleischfresser, mit Ausnahme des urtümlichen, tiefseelebenden Vampirtintenfischs (Vampyroteuthis infernalis, s.o.), der von Detritus, als zerfallendem organischem Material, lebt. Ebenso wie andere Weichtiere haben Kopffüßer eine Radula oder Raspelzunge, mit der sie die weichen Teile ihrer Beute zerlegen. Zusätzlich dazu haben sie den Oberkiefer zu einem hornigen papageienartigen Schnabel entwickelt, mit dem sie Panzer oder Schalen ihrer Beute aufknacken können. Bei den meisten Kopffüßern dient er außerdem zum Zerkleinern der Nahrung, da das ringförmig um die Speiseröhre (Oesophagus) angeordnete Gehirn nur das Verschlucken von Nahrungsbrocken bis zu einer gewissen Größe erlaubt.


Schnabel eines Riesenkalmars. Bild: Marian Oliver (iNaturalist).
 
   

Gewöhnlicher Krake (Octopus vulgaris) in seiner Höhle mit Überresten
seiner Beute: Girona, Katalonien, Spanien. Bild: Manelor (iNaturalist).
Bild vergrößern!
 
Der Schnabel der Kopffüßer ist weitgehend artspezifisch. Der so genannte Unterschnabel ist größer als der Oberschnabel, daher erinnert der Schnabel eines Kopffüßers an einen umgedrehten Papageienschnabel. Die Schnäbel von Kopffüßern sind auch für die Wissenschaft von Bedeutung. Zum einen kann man von der Schnabelgröße eines Kopffüßers auf die Größe seines Körpers schließen, auch wenn dieser nicht mehr zur Verfügung steht. Dies wurde besonders wichtig bei der Erforschung der Riesenkalmare, die oftmals nicht vollständig vorhanden oder bekannt waren, jedoch wurden die Schnäbel in den Mägen erlegter Pottwale gefunden.

Zum anderen haben die meisten Coleoiden-Arten, also fast alle "modernen" rezenten Kopffüßer keine oder fast keine Schale mehr. Paläontologen stehen daher vor dem Problem, dass es kaum Fossilien von schalenlosen Kopffüßern gibt. Um so bemerkenswerter ist es also, wenn eine fossile Krakenart, oder in diesem Fall vermutlich eher ein Angehöriger der Vamirtintenfische (Vampyromorpha, vgl. Systematik der Kopffüßer) anhand ihres Schnabels nachgewiesen werden konnte und man anhand dieses Schnabels außerdem noch glaubt, ableiten zu können, dass Nanaimoteuthis haggarti zu Lebzeiten in der späten Kreidezeit vor ca. 100 bis 72 Mio. Jahren, vgl. Erdzeitalter) mit einer Mantellänge von bis zu 19 m möglicherweise größer war, als ein heutiger Riesenkalmar (Architeuthis dux), auch wenn diese Schätzungen keineswegs universell anerkannt sind.


 
Ikegami, S. et al. (2026): "Earliest octopuses were giant top predators in Cretaceous oceans". Science 392 (6796), S. 406 - 410. (Abstract).

 
Dr. Polaris: "Cretaceous Kraken? Nanaimoteuthis, The Largest Octopus To Ever Live". ( YouTube Video).

 
Merkur.de: "Wir beginnen gerade erst zu sehen" - Forscher entdecken Urzeitmonster aus dem Meer.

 
Großer Blauring-Krake (Hapalochlaena lunulata), Philippinen.
Photo: Jeffrey Rosenfeld. Quelle: The Vibrant Sea.
Die meisten Kopffüßer nehmen ihre Beute einerseits visuell wahr (vgl. Augen der Kopffüßer), können sie andererseits aber auch mit Hilfe der Fangarme (Tentakel) ertasten. Die Fangarme der meisten heute lebenden Kopffüßer (mit Ausnahme der Perlboote) sind mit Saugnäpfen ausgestattet, die das Ergreifen der Beute erleichtern, die Riesenkalmare verfügen außerdem über Haken in den Saugnäpfen, die den Halt beim Ergreifen der Beute verbessern.

Die Beute der Kopffüßer ist unterschiedlich, ebenso wie ihre Lebensweise: Kalmare stellen vor allem Fischen und Garnelen nach, aber auch anderen Kopffüßern, wie kleineren Kalmaren und Kraken, wobei ihnen ihre langes Paar Fangarme einen entscheidenden Vorteil verschafft, da sie den Fisch bereits fangen können, bevor er überhaupt weiß, dass ein Kalmar da ist. Die meist bodenlebenden Kraken hingegen haben sich auf die Jagd nach hartschaliger Beute, wie Schnecken und Krebstieren spezialisiert.

Dabei nutzen sie ihren harten Hornschnabel, um den Panzer oder die Schale der Beute aufzubrechen und fressen den Weichkörper der Beute nachher mit der Radula aus dem Panzer heraus. Bei vielen Arten erleichtert ein im Speichel enthaltenes lähmendes Nervengift die Überwindung der Beute. Außerdem enthält der Speichel der Kraken unterschiedliche Enzyme: Chitinasen zur Schwächung des Panzers bei Krebstieren und Proteasen zum Aufweichen des Weichkörpers der Beute.

Nachdem bei den Kraken die Radula im Allgemeinen mehr oder minder stark reduziert ist, verwendet das Tier eine so genannte Speichelpapille (Salivary papilla) unter der Radula, um Löcher in die Panzer oder Schalen seiner Beute zu bohren. Um ein Loch in die Schalenklappe einer Herzmuschel zu bohren, braucht der Krake etwa 3 Stunden. Anschließend "injiziert" er seinen enzymhaltigen Speichel (s.o.) und saugt das Innere der Muschel durch die Öffnung.

Nixon, M. (1980): "The salivary papilla of Octopus as an accessory radula for drilling shells". Journal of Zoology, 190: 53-57. (Abstract).

Einige Kraken-Arten können dieses Gift sogar für die Selbstverteidigung einsetzen: Die normalerweise unscheinbaren Blauringkraken (z.B. Hapalochlaena lunulata) zeigen ihr charakteristisches buntes Ringmuster nur, wenn sie sich bedroht fühlen und verfügen über das Gift Tetrodoxin, das z.B. auch bei Kugelfischen und Seitenkiemerschnecken (Notaspidea) vorkommt und durchaus auch dem Menschen gefährlich werden kann.

Färbung, Tarnung und Verteidigung

Seitenanfang.

Farbveränderung


Prachtsepia (Ascarosepion pfefferi): Mabini, Batangas, Philippinen.
Bild: Mark Rosenstein (iNaturalist) Bild vergrößern!
 
   
Algen-Oktopus (Abdopus aculeatus)
Der Algen-Oktopus (Abdopus aculeatus) tarnt sich bevorzugt als algen-
überwachsene Schnecke. Bitung, Sulawesi, Indonesien.
Bild: Pauline Walsh Jacobson (iNaturalist) Bild vergrößern!
 
   

Wunderpus photogenicus ist eine Krakenart, die sich besonders auf Mi-
mikry spezialisiert hat: Lombok, Bali-See, Indonesien.
Bild: Alexandra Rawden (iNaturalist) Bild vergrößern!
 
 

Sepien - die verstohlenen Lauerjäger


Tintenfische oder Sepien (hier: Ascarosepion latimanus) haben zehn Arme. Die beiden langen Fangarme ziehen sie jedoch im Ruhezustand ein. Diese sind nur sichtbar, wenn die Sepie etwas fangen will. Zusätzlich kann die Sepie sich sehr gut tarnen, wenn sie nicht gesehen werden will.
Bild vergrößern!

Bild: Eva Paulus (iNaturalist): Lembeh Island, Indonesien.

Zu den erstaunlichsten Eigenschaften vieler Kopffüßer gehört ihre Fähigkeit, ihre Farbe zu verändern. Dies erreichen sie zunächst durch spezialisierte Farb-Zellen, die so genannten Chromatophoren. Diese Zellen enthalten einen von drei Farbstoffen (rot, gelb und dunkelbraun)  und sind umgeben von einem Kranz winziger Muskeln. Je nachdem, ob die Chromatophore ausgedehnt oder zusammengezogen wird, ist die enthaltene Farbe sichtbar oder nicht. Kopffüßer können Chromatophoren selektiv steuern und so groß- oder kleinflächig die Farbe ihrer Haut steuern.

In einer Hautschicht unter den Chromatophoren befinden sich die so genannten Iridophoren: Das sind Zellen aus dünnen Chitinplättchen, die wie ein Interferenzfilter wirken, bestimmte Wellenlängen reflektieren und daher in blauen, grünen und silbernen Farbtönen schillern. Darunter ist schließlich eine Schicht aus so genannten Leucophoren. Diese wirken im Gegensatz zu den Iridophoren als Breitbandreflektoren und reflektieren das einfallende Licht, dessen Wellenlänge mit zunehmender Wassertiefe immer weiter in blaue Spektrum wandert.

Die kombinierte Fähigkeit dieser Zellen nutzen Kopffüßer unter anderem, um sich zu tarnen, indem sie sich farblich an den Untergrund anpassen. Besonders Sepien und Kraken sind sogar dazu fähig, kompliziertere Muster, z.B. ein Schachbrett, nachzubilden.


 
Innovationsreport (2006): Oktopus-Haut als Superreflektoren.

 
Max Planck Institut für Hirnforschung (2023): Tarnung bei Kopffüßern: Die Suche nach guten Übereinstimmungen. (Link).

 
Science Friday: Where's The Octopus? ( YouTube Video).

 
Woo, T.; Liang, X.; Evans, D.A. et al. (2023): The dynamics of pattern matching in camouflaging cuttlefish. Nature 619, 122–128. (Link).

Außerdem können Sepien und Kalmare ihre Stimmung durch Farbmuster kundtun: So lassen sie z.B. Farbstreifen in Wellen über ihren Körper laufen, um Stress zu zeigen, etwa, wenn sie einem konkurrierenden Artgenossen begegnen. Andererseits ist z.B. die Prachtsepia (Ascarosepion pfefferi, Bild links), ihrem Namen gerecht, auch im Ruhezustand sehr farbenfroh gezeichnet.

Jeffrey Rosenfeld: Flamboyant Cuttlefish auf The Vibrant Sea.

Manche Tintenfische, wie die Breitarmige Sepie (Ascarosepion latimanus, Bild rechts) nutzen ihre Fähigkeit zur Farbveränderung auch bei der Beutejagd - nicht nur zur Tarnung, sondern auch, um die Beute, meist Krabben und andere Krebstiere, abzulenken und möglicherweise sogar zu hypnotisieren. Wenn Ascarosepion latimanus auf eine Beute trifft, schwimmt sie langsam auf sie zu und wechselt dabei rhythmisch flimmernd ihre Farbe. Die abgelenkte Beute kann nicht rechtzeitig reagieren und sobald die Sepie nahe genug ist, kommen die beiden langen Fangarme zum Einsatz, ergreifen die Beute und führen sie den acht kurzen Greifarmen zu.

BBC Earth: Cuttlefish Hypnotises Prey. ( YouTube Video).
BBC Earth: Colour Changing Squid Mating Ritual. ( YouTube Video).
Deep Look: You're Not Hallucinating. That's Just Squid Skin. ( YouTube Video).
Discovery News: Cuttlefish - Chameleons of the Sea. ( YouTube Video).

Auch viele Kraken haben unterschiedliche Farben, wenn sie aggressionsbereit sind und wenn sie friedlich sind. Giftige Kraken, wie die bereits erwähnten Blauringkraken, verwenden ihre Musterung auch als Warnsignal: Die charakteristische Blauring-Zeichnung ist nur sichtbar, wenn der Krake aggressiv ist. Kalmare verwenden auch flimmernde Farbmuster, um ihre Beute, meist Fische, zu verwirren, so dass sie sie leichter fangen können.

Formveränderung

Viele Kopffüßer, darunter vor allem die Sepien und die Kraken, können nicht nur ihre Farbe, sondern zum Teil auch ihre Körperform verändern: So können sie durch muskuläre Kontraktion einzelner Hautbereiche deren Oberfläche durch Papillen verändern, einerseits um sich vor Beute, andererseits, um sich vor Feinden zu tarnen. Dabei kann mit einer farblichen Anpassung an den Untergrund auch die Tinte (s.u.) genutzt werden, wegen der Kopffüßer allgemein den umgangssprachlichen Namen Tintenfische haben.

Ein besonderer Vertreter auf diesem Gebiet ist der Krake mit dem verblüffenden Namen Wunderpus photogenicus (Bild links), der in der Bali-See in Indonesien vorkommt und erst seit 2006 beschrieben ist. Er hat die Fähigkeit, die Gestalt anderer Tiere anzunehmen, um sich zu schützen (Mimikry), wie z.B. einen giftigen Feuerfisch (z.B. Pteropterus antennatus), einer Seeschlange oder andere Fische. Im Gegensatz zum äußerst ähnlichen Mimik-Octopus (Thaumoctopus mimicus) unterscheidet er sich durch eine unterschiedliche Musterung der Saugnäpfe und seine vorwiegend nächtliche Lebensweise.

Der ebenfalls in Nordaustralien, Indonesien und den Philippinen vorkommende Algen-Oktopus (Abdopus aculeatus) verdangt seinen Namen seiner bevorzugten Tarnung als algenüberwachsenes Schneckenhaus. Überdies gehört er zu den Krakenarten, die auf der Nahrungssuche zeitweilig das Wasser verlassen und zwischen Gezeitentümpeln hin und her wandern.

MolluscaBase eds. (2021): Wunderpus photogenicus Hochberg, Norman & Finn, 2006.

 
Leuchtkalmar (Watasenia scintillans): Toyama, Honshu, Japan.
Bild: Kisaland (iNaturalist) Bild vergrößern!
Biolumineszenz

Neben der Fähigkeit, ihre Farbe und Form zu verändern, haben viele Kopffüßer auch die Fähigkeit zur Biolumineszenz. So sind über 70 Arten von Kalmaren bekannt, die biologisches Licht erzeugen können. Die Biolumineszenz entsteht entweder mit Hilfe symbiotischer Bakterien, oder durch spezialisierte Zellen, die so genannten Photophoren, in denen das Enzym Luciferase durch eine Reaktion von Luciferin und Sauerstoff eine Lichtreaktion herbeiführt. Biolumineszenz dient Kopffüßern bei der Paarung oder Tarnung.

Den in der lichtlosen (aphotischen) Tiefsee lebenden ikonischen Riesenkalmaren und Kolosskalmaren dient Biolumineszenz außerdem zur Orientierung und Verteidigung: Zusammen mit ihren übergroßen, hoch entwickelten Augen, deren Wahrnehmung bei den Kolosskalmaren sogar selbst mit Biolumineszenz verstärkt wird, haben diese riesigen Kopffüßer dadurch eine entscheidende Chance gegenüber Pottwalen, die mit Sonar nach ihnen jagen. Im Gegensatz zum Pottwal kann der Kalmar seinen Feind auf etwa 100 m Entfernung sehen und sich so rechtzeitig zurückziehen, auch wenn dessen Sonar eine etwas größere Reichweite hat.

Eine der wenigen biolumineszenten Kopffüßerarten, die auch nahe der Oberfläche anzutreffen sind, sind die so genannten Leuchtkalmare (z.B. Watasenia scintillans, Bild rechts). Sie kommen im chinesischen Meer bis nach Japan vor und werden dort auch gefischt.

Tinte

Viele Kopffüßer werden umgangssprachlich als Tintenfische bezeichnet. Natürlich sind sie keine Fische, aber die namengebende Tinte ist vielen Kopffüßern in der Tat eigentümlich. Diese besitzen hinter dem Anus eine besondere Tintendrüse, in der die Tinte aus dem Farbstoff und anderen chemischen Substanzen hergestellt und durch den Sipho nach draußen entlassen wird. Die Anwendung der Tinte bei Kopffüßern ist unterschiedlich: Sie kann zum einen naheliegenderweise der Tarnung dienen, indem der Kopffüßer sie wie eine Rauchbombe einsetzt und sich in ihrem Schutz zurückzieht. Chemische Stoffe in der Tinte können außerdem den Geruchssinn des Feindes behindern. Zusätzlich können manche Kopffüßer mit Hilfe von Schleim der Tinte auch eine bestimmte Gestalt geben, um den Gegner zusätzlich zu verwirren. Bei manchen Arten der Kopffüßer können in der Tinte auch biolumineszierende Partikel Verwendung finden, um für weitere Ablenkung zu sorgen. Außerdem kann die Tinte der Kopffüßer auch Anwendung bei der Jagd oder bei der Paarung finden. Manche Kopffüßer, wie der Gewöhnliche Tintenfisch (Sepia officinalis) färben auch die Hüllen ihrer Eier, um die Embryonen zu tarnen. Viele Tiefsee-Kopffüßer hingegen besitzen keine Tintendrüse.

Die Fortbewegung

Seitenanfang.

Kalmare: Raketenschwimmer im Ozean!


Gemeiner Kalmar (Loligo vulgaris): St. Raphaël, Côte d'Azur, Frankreich.
Bilder: Thomas Menut (iNaturalist).

Besonders auf der Flucht können Kalmare erstaunliche Geschwindigkeiten erreichen: Japanische Wissenschaftler haben eine maximale Geschwindigkeit von 11,2 m/s (über 40 km/h oder 20 Knoten) ermittelt, mehr als der schnellste bekannte menschliche Athlet, Usain Bolt.

Quelle: Spiegel Wissenschaft (2013, Abgerufen: 02.05.2026).
 

 


Benutzung der Flossen beim langsamen Schwim-
men des Kalmars.

 
 
Pfeilkalmar (Ommastrephes bartramii): Südöstlich von Kyushu, Japan.
Bild: Maksim Stefanovich (iNaturalist)) Bild vergrößern!
   
 
Ein Schwarm von Pfeilkalmaren (Ommastrephes bartramii).
Bild: Maksim Stefanovich (iNaturalist) Bild vergrößern!
Die Fortbewegung der Kopffüßer ist innerhalb der Weichtiere bemerkenswert, jedoch ebenso unterschiedlich wie die Lebensweise der verschiedenen Gruppen der Kopffüßer. Eine Gemeinsamkeit ist die Fortbewegung nach dem Rückstoßprinzip. Dazu verwenden die Tiere den so genannten Sipho, eine schlauchartige Verlängerung des Mantelhöhlenausgangs. Zusammen mit den Fangarmen ist der so genannte Sipho homolog zum allgemeinen Fuß der Weichtiere. Indem der Kopffüßer durch Zusammenziehen der Ringmuskulatur ruckartig Wasser aus der Mantelhöhle ausstößt, bewegt er sich sehr schnell in der Gegenrichtung fort. Der Sipho kann zudem bewegt werden und außerdem als Steuerorgan dienen.

Hinzu kommen verschiedene Mantelanhänge, die die Fortbewegung unterstützen. So besitzen Kalmare endständige Flossen am Mantelrand, die sie bei der Steuerung unterstützen. Im Gegensatz dazu haben die Sepien den Mantelrand zu einem Saum erweitert, der durch eine wellenartige Bewegung die Fortbewegung unterstützt, die allerdings deutlich geruhsamer ist als bei den Kalmaren.

Im Gegensatz zu seinen flinken Verwandten ist der Karibische Riffkalmar (Sepioteuthis sepioidea, Bild rechts) ein eher geruhsames Tier, was man auch daran erkennt, dass seine endständigen Flossen fast zu einem Mantelsaum wie bei den Sepien ausgewachsen sind. Sein wissenschaftlicher Name beschreibt diese optische Ähnlichkeit mit den Sepien.

Aus Gründen der Energie-Effizienz verwenden schwimmende Kopffüßer ihre Flossen oder Mantelsäume vor allem für langsame Geschwindigkeiten, den Rückstoßantrieb jedoch für schnelle Geschwindigkeiten.

Manche Kalmare haben den Rückstoßantrieb so perfektioniert, dass z.B. Pfeilkalmare der Familie Ommastrephidae (Ordnung Oegopsida: vgl. Systematik der Kopffüßer). in Schwärmen sogar manchmal aus dem Wasser springen: eine Fähigkeit, wegen der sie auch als "Fliegende Kalmare" (Flying squid) bezeichnet werden. So kann man z.B. nahe Madeira oft ganze "Schulen" von Pfeilkalmaren (s.u.) beobachten, wie sie aus dem Wasser springen, möglicherweise um Fressfeinden zu entkommen.

Auch in der Nähe von Japan konnten Pfeilkalmare (Ommastrephes bartramii oder Sthenoteuthis oualaniensis) beim Flugverhalten beobachtet werden. Dabei konnte man erkennen, dass die Kalmare sich nicht nur mit dem Rückstoß aus dem Wasser katapultierten und diesen in der Luft weiter einsetzten, sondern zusätzlich ihre groß ausgebildeten Flossen und verbreiterten Tentakel ausbreiteten, um eine längere Flugbahn zu erreichen. Damit konnten die Kalmare sich für bis zu 3 s und eine Entfernung von ca. 30 m in der Luft halten. Sie erreichten eine Geschwindigkeit von 11,2 m/s (über 40 km/h oder 20 Knoten).

Wikipedia: Ommastrephidae.
Muramatsu, K. et al. (2013): "Oceanic squid do fly". Marine Biology, 160. (PDF).

Im Gegensatz zu den vorwiegend im freien Wasser lebenden Sepien und Kalmaren (wobei die Sepien gemeinhin eher nahe dem Ozeanboden leben), sind die Kraken andererseits eher an eine bodenlebende (benthische) Lebensweise angepasst. Vor allem jagen sie Krebstiere und Schnecken und verwenden dazu teilweise auch Gift (vgl. Ernährung der Kopffüßer). Im Gegensatz zu ihren freischwimmenden Verwandten bewegen sich Kraken dabei vor allem auch fort, indem sie auf ihren Fangarmen über den Boden "gehen". Im Gegensatz zu Sepien und Kalmaren erlaubt ihnen dies auch, kurze Strecken über Land zurückzulegen, etwa, um von einem Gezeitentümpel zum anderen zu gelangen.

Intelligenz außerhalb der Wirbeltiere?

Seitenanfang.

Inky der Octopus: Zurück in die Wildnis!


Maori-Krake (Macroctopus maorum): Wellington, Neuseeland. (Hinweis: Das ist nicht Inky!). Bild: Luca Davenport-Thomas (iNaturalist).

Der Maori-Krake (Macroctopus maorum) war 2014 aus einem Krabbenkorb in Neuseeland gerettet worden und endete schließlich im Nationalen Aquarium von Neuseeland. Nach einem Namenswettbewerb erhielt er den Namen Inky.

Nachdem ein Tierpfleger die Abdeckung des Aquariums einen Spalt offen gelassen hatte, entwich Inky 2016 aus seinem Aquarium. Er überquerte mehrere Meter trockenen Boden, bis er ein Abflussrohr erreichte, über das er in den offenen Ozean entkam.

Quelle: Inside Edition auf YouTube (Abgerufen: 01.05.2026).
 
Kopffüßer gelten als die intelligentesten wirbellosen Tiere. Auch wenn es verwunderlich anmutet, Intelligenz mit wirbellosen Tieren in Verbindung zu bringen, deren nächste Verwandte Schnecken und Muscheln sind, geht aus Verhaltensexperimenten hervor, dass vor allem die kognitiven Fähigkeiten der Kraken teilweise an die von Ratten oder Hunden heranreichen. So sind Kraken beispielsweise zur Abstraktion (Zählen oder Unterscheidung von Formen) in der Lage und sind imstande zu lernen: In einem Experiment konnte ein Krake z.B. eine Glocke bedienen, um Futter zu erhalten.

 
Kokosnuss-Krake (Amphioctopus marginatus): Lembeh-Straße, Sulawe-
si, Indonesien: Bild: Colin Marshall (iNaturalist) Bild vergrößern!
   
  Großer blauer Krake (Octopus cyanea): Beersheba, Rotes Meer, Israel.
Bild: Jonigr (iNaturalist).
Viele Kraken sind außerdem fähig, komplexe Probleme zu lösen: Ein beliebtes Experiment ist beispielsweise, einem Kraken eine Krabbe in einem zugeschraubten Glas zur Verfügung zu stellen. Der Krake kann seine Nahrung nur erreichen, wenn es ihm gelingt, den Schraubverschluss zu öffnen. Beobachtungsexperimente haben außerdem ergeben, dass Kraken Gesichter erkennen können. Dass Kraken auch gerne spielen, ist ebenfalls ein Zeichen für Intelligenz.

BBC Earth: Genius Octopus Can Open Jars. ( YouTube Video).
Mark Rober: Octopus vs Underwater Maze. ( YouTube Video).

Kraken können zudem auch Gegenstände verwenden: So benutzen manche Arten, wie der Kokosnuss-Oktopus (Amphioctopus marginatus) etwa Kokosnuss-Schalen, um sich darunter zu verstecken. Nachdem der Krake die Kokosnuss-Schalen nicht nur verwendet, um sich darunter zu verstecken, sondern sie auch aktiv mitnimmt, um sie an einen anderen Ort zu transportieren, interpretieren Wissenschaftler dies als eine einfache Form der Werkzeugnutzung.

Scinexx.de (2009): Oktopus trägt Kokosnuss-Schalen. (Abgerufen: 05.05.2026).

Andererseits hat man beobachtet, dass der Große blaue Krake (Octopus cyanea, Bild rechts) bei der Nahrungssuche mit Fischen zusammenarbeitet, die ihm potenzielle Nahrung, vor allem Krabben und andere Krebstiere, zeigen oder diese zumindest aufscheuchen. Wenn jedoch ein Fisch nicht kooperativ ist, versucht, Beute zu stehlen oder dem Kraken ansonsten lästig wird, verteilt dieser auch kräftige Schläge mit den Fangarmen, um den Fisch zu vertreiben. Zumindest stellen Sampaio et al. (2021) auch die These auf, dass manche dieser Angriffe möglicherweise einfach nur "out of spite" (aus Gehässigkeit) stattfinden könnten. Auch dies, wenn auch betrüblich, wäre wiederum ein Zeichen für Intelligenz.


 
BBC Earth: Float Like a Butterfly… Punch Like an Octopus? ( YouTube Video).

 
SWR Kultur: Frank Wittig, Nina Kunze: Erstaunliches Teamwork: Kraken und Fische jagen gemeinsam.

 
Sampaio, E.; Seco, M.C.; Rosa, R.; Gingins, S. (2021): Octopuses punch fishes during collaborative interspecific hunting events. Ecology 102 (3). (Link).

Auch wenn das Ausmaß der intellektuellen Fähigkeiten der Kraken noch nicht vollständig bekannt, so hat sich hier doch erstaunlicherweise eine Form von Intelligenz im Tierreich unabhängig und außerhalb der Wirbeltiere entwickelt. Bei allem Ruhm, den Kraken aufgrund ihrer Fähigkeiten genießen, so sollte man doch die Fähigkeiten von Kalmaren nicht außer Acht lassen, die teilweise in großen Schwärmen schwimmen, ähnlich wie Fische, und der Sepien, die den Farbwechsel perfektioniert haben, was oftmals auch zu beobachten ist, wenn sie ihr Revier gegen eine konkurrierende Sepie verteidigen.

DerStandard.at: Karin Krichmayr: Ist Oktopus-Intelligenz fundamental anders als unsere? (Abgerufen: 05.05.2026).

Sozialverhalten

Seitenanfang.


Gewöhnlicher Tintenfisch (Sepia officinalis) mit Ab-
wehrgeste. Bild: Falk Viczian (iNaturalist). 
 
Viele Kopffüßer zeigen auch ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Kalmare einerseits leben, ähnlich wie Fische, oftmals in Schwärmen. Dies verschafft dem einzelnen Kalmar gegenüber Beutegreifern (Walen Fischen und sogar anderen Kalmaren) den Vorteil, dass eine zielreiche Umgebung zu einer geringeren Chance führt, dass ein bestimmter einzelner Kalmar gefressen wird.

IIm Gegensatz dazu sind Sepien und Kraken deutlich weniger sozial: Außerhalb des Paarungsverhaltens (s.u.) sind sie Einzelgänger, die ihr Revier auch vehement gegen Artgenossen verteidigen. Besonders bemerkenswert ist dabei auch die Drohgebärde der Sepien (Bild links), wenn sie sich gegen andere Sepien verteidigen wollen. Ebenso wird dazu eine Farbveränderung eingesetzt, sowohl Kraken als auch Sepien, zeigen meist eine besondere Färbung, wenn sie aggressiv sind.

Fortpflanzung und Entwicklung

Seitenanfang.

Kopffüßer sind sämtlich getrennt geschlechtlich. Nach einem im Allgemeinen ausgiebigen Paarungsvorspiel übergibt das Männchen an das Weibchen die Spermien in einer Spermatophore.

Der Hectocotylus

 

Das Geheimnis des Hectocotylus


Weibliches Großes Papierboot (Argonauta argo): Teneriffa, Kanarische Inseln. Bild: Marc Martin Sola (iNaturalist). Vergrößerte Darstellung!

Die Erforschungsgeschichte des Hectocotylus bei Kopffüßern ist nicht uninteressant: Während Aristoteles bereits ca. 400 v.Chr. beschrieben hatte, dass Kopffüßer einen "Penis in einem ihrer Fangarme" hätten, wurden noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts von mehreren Gelehrten die Hectoctyli der Papierboote als parasitische Würmer beschrieben, die in der Mantelhöhle der Tiere lebten. Cuvier schuf dafür 1829 die gemeinsame Gattung Hectocotylus.

Erst Jahre später gelang es Heinrich Müller, die eigentliche Bedeutung des Hectocotylus richtig zu interpretieren. Die Bezeichnung Hectocotylus ist bis heute erhalten geblieben.


Quelle: Müller, H. (1853): "Ueber das Männchen von Argonauta Argo und die Hectocotylen". Zeitschr. wiss. Zool., Band 4, S. 1 - 35. (PDF, Abgerufen: 03.05.2026).

Bei vielen Kopffüßern findet diese Übertragung durch einen spezialisierten Fangarm, den so genannten Hectocotylus, statt. Die Form und Position der Hectocotyli sind dabei artspezifisch und daher bedeutende Bestimmungsmerkmale. Einige Sepien und Kalmare besitzen zwei Hectocotyli, bei anderen Kalmaren, den Vampirtintenfischen (Vampyroteuthidae) und den Cirrenkraken (Cirrata) fehlen sie vollständig ( vgl. Systematik der Kopffüßer!).

Als Besonderheit löst sich bei den mit den Kraken verwandten Papierbooten (Argonautidae) der Hectocotylus vom Weibchen und schwimmt aktiv, von chemischen Botenstoffen angezogen, in ihre Mantelhöhle, wo die eigentliche Begattung stattfindet. Perlboote (Nautilidae) hingegen besitzen ein spezialisiertes Begattungsorgan, das aus vier verschmolzenen Tentakeln besteht und als Spadix (Lat.: Spaten) bezeichnet wird. Dieses befindet sich neben dem Mund inmitten der übrigen, etwa 90 Tentakel.

Im Allgemeinen unterscheiden sich die Hectocotyli von den übrigen Fangarmen des Kopffüßers deutlich, da sie weniger Saugnäpfe aufweisen und meist eine besondere Form besitzen, die bei der Begattung hilreich ist. Bei Kalmaren und Sepien holt der Hectocotylus die Spermatophoren selbst aus der so genannten Needham'schen Tasche, bei den Kraken wird er vom Penis des Männchens mit Spermatophoren bestückt.

Wikipedia: Hectocotylus.
Hanlon, R.T.; Messenger, J.B. (2018): Cephalopod Behaviour. 2. Ed, S. 148 - 205. Cambridge University Press.

Zusätzlich kommt bei manchen Kopffüßern, darunter in besonderer Weise bei den Papierbooten (Argonautidae), ein ausgeprägter Sexualdimorphismus vor, bei dem das Männchen deutlich kleiner ist als das Weibchen. Überdies stellen nur die Weichen das charakteristische Wohngehäuse her.

Robert Stansfield: A crazy night of argonauts. (Facebook Video).

Befruchtung und Eiablage

Seitenanfang.

Nach dem Austreten aus dem Eileiter werden die Eizellen des Weibchens befruchtet. Anschließend werden sie in Trauben (Sepien, Kraken) oder in Schläuchen (Kalmare), die jeweils eine Vielzahl an Eiern enthalten, abgelegt. Die Eier sind voluminös und dotterreich. Die Furchung bei der Embryogenese findet partiell-diskoidal statt, so dass sich der Embryo teilweise um den Dotter herum entwickelt. Ein oftmals größerer Teil des Dotters bleibt als äußerer Dottersack außerhalb des Embryos. Während der Embryo sich während der Entwicklung im Ei vorwiegen vom äußeren Dotter ernährt, verbleibt zumindest ein Teil des inneren Dottersacks für die Zeit nach dem Schlupf, bis das Jungtier sich selbständig ernähren kann.

Brutfürsorge und Lebenserwartung

Prachtsepie (Ascarosepion pfefferi)
Prachtsepie (Ascarosepion pfefferi) neben ihrem Gelege: Ambon, Malu-
ku, Indonesien. Bild: Albert Kang (iNaturalist) Bild vergrößern!

Tiefsee-Oktopus (Graneledone boreopacifica) auf dem Davidson Deep
Sea Mountain in 1970 m Tiefe. Quelle: NOAA.
 
Während sich die meisten erwachsenen Kopffüßer nach dem Schlupf nicht mehr um die Jungtiere kümmern, findet zumindest bei vielen Kraken auf jeden Fall eine Brutfürsorge durch das Weibchen statt: Sie reinigt die Eier und fächelt ihnen sauerstoffreiches Wasser zu. Nach dem Schlüpfen stirbt das Muttertier im Allgemeinen, nachdem sie auch während der Brutfürsorge keine Nahrung zu sich genommen hat.

Nature of Things: Mother octopus makes the ultimate sacrifice for her babies. ( YouTube Video).

Das Weibchen des Tiefsee-Oktopus (Graneledone boreopacifica) ist mit viereinhalb Jahren Brutpflege (53 Monate konnten vom Monterey Bay Aquarium Institute MBARI nachgewiesen werden) im nur 7 °C warmen Wasser der Tiefsee die Rekordhalterin in Sachen längste Brutzeit mit Brutfürsorge. Allerdings sind auch die Umstände besonders: Die tiefen Wassertemperaturen haben eine längere Entwicklungszeit der Embryonen und einen deutlich langsameren Metabolismus des Muttertiers zur Folge. Jedoch haben Untersuchungen ergeben, dass auch bei Graneledone boreopacifica das Weibchen während der Brutfürsorge über mehrere Jahre keine Nahrung zu sich nimmt, selbst wenn sie ihr, wie im Experiment, von einem DSRV angeboten werden.


 
Robison, B.; Seibel, B.; Drazen, J. (2014): Deep-Sea Octopus (Graneledone boreopacifica) Conducts the Longest-Known Egg-Brooding Period of Any Animal. (PLOS ONE 9/7, abgerufen: 05.05.2026).

 
MBARI Video: Octomom: Deep-sea octopus guards her eggs for over four years. ( YouTube Video).

Ein besonderes Beispiel sind die Papierboote (Argonautidae). Bei diesen krakenähnlichen Kopffüßern stellt das Weibchen ein aus Kalk bestehendes Gehäuse her, in dem das Gelege bis zum Schlüpfen der Jungen geschützt ist. Nachdem das Papierboot, anders als andere Krakenartigen, epipelagisch auf hoher See schwimmend lebt, kann das Weibchen so das Gelege mit sich führen, anstatt es zurück lassen zu müssen.

Kalmare und Sepien führen im Gegensatz dazu keine Brutfürsorge durch, allerdings führen manche Kalmare ihre Gelege mit sich. Andere legen die Gelege ab und überlassen sie sich selbst. Auch Perlboote legen einzelne Eier ab und überlassen sie dann sich selbst.

Larvalentwicklung und Ausbreitung

Seitenanfang.

 
Paralarve eines Pazifischen Riesenkraken (Enteroctopus dofleini):
San Juan Island, Washington, USA. Bild: J.A. Fields (iNaturalist).
Bild vergrößern!
 
Wenige Tage bis Wochen altes Jungtier des Gewöhnlichen Tintenfischs
(Sepia officinalis): Bild: Thomas Dreux (iNaturalist) Bild vergrößern!
Kopffüßer entwickeln und verbreiten sich nach dem Schlüpfen über so genannte Paralarven, die als Planktonfresser im offenen Wasser leben, aber in ihrem Aussehen bereits den erwachsenen Kopffüßern ähneln, anders als andere Larvenformen, die völlig anders aussehen als das erwachsene Tier.

Die meisten Kopffüßer haben keine große Lebensspanne: Sie sind semelpare Lebewesen. Unter Semelparität versteht man dabei einen Lebenszyklus, bei dem sich der betreffende Organismus nur einmal in seinem Leben sexuell fortpflanzt.

Wikipedia: Semelparität.

So werden Kraken werden nur ein bis wenige Jahre alt, Sepien und Kalmare vollziehen meist den gesamten Lebenszyklus in nur einem Jahr. Vor diesem Hintergrund ist es zum einen sehr erstaunlich, dass Kopffüßer ihre teilweise bemerkenswerten Fähigkeiten trotz ihrer geringen Lebensspanne erreichen. Zum anderen ist es wohl auch so, dass Kopffüßer gerade wegen ihrer geringen Lebensspanne sehr anpassungsfähig sind und daher weniger empfindlich gegen vom Menschen verursachte Umweltveränderungen sind als viele andere Tiergruppen.

Spectrum.de Scilogs: Gabriele Kerber (2020): Tintenfisch statt Sprotten - Gewinner des Klimawandels.

Seitenanfang.

Letzte Änderung: 26.05.2026 (Robert Nordsieck).
Letzte Link-Überprüfung: 24.05.2026.