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Der Riesenkrake

Enteroctopus dofleini (Wülker, 1910)

 

Inhalt


Pazifischer Riesenkrake (Enteroctopus dofleini): Mushisaki, Sado, Japan.
Bild: K. Kawasaka (iNaturalist) Bild vergrößern!
     
Teil 1 Teil 2 Teil 3 Teil 4
     

 

Einleitung

Seitenanfang.


Pazifischer Riesenkrake (Enteroctopus dofleini): Hoodsport, Washing-
ton, USA. Bild: Amelia Serafin (iNaturalist) Bild vergrößern!
 
 

Klasse Cephalopoda Cuvier, 1795

Überordnung Octopodiformes
Ordnung Octopoda
Unterordnung Cirrata
Unterordnung Incirrata

 Überfamilie Octopodoidea
Familie Enteroctopodidae
Gattung Enteroctopus Rochebrune & Mabille, 1889
Enteroctopus dofleini (Wülker, 1910)
Enteroctopus magnificus (Villanueva et al., 1992)
Enteroctopus megalocyathus (A. A. Gould, 1852)
Enteroctopus zealandicus (Benham, 1944) 

Familie Octopodidae: z.B. Octopus vulgaris Linnaeus, 1758

Quelle: MolluscaBase: Enteroctopodidae Strugnell, Norman, Vecchione, Guzik & Allcock, 2014.
In fast allen Geschichten über mythische Seemonster ist die Rede von Riesenkraken oder auch nur einfach von Kraken. Nach einem berichteten "Angriff eines Riesenkraken" auf französische Seeleute vor Angola wurde ein Gemälde des Ereignisses in einer Kirche in St. Malo (Bretagne) gemalt, das später, 1801, in einem Buch des französischen Naturforschers Pierre Dénys de Montfort abgebildet wurde. Auch in Jules Vernes Abenteuerroman "20000 Meilen unter den Meeren" begegnet das Unterseeboot "Nautilus" des berühmten Kapitäns Nemo ebenfalls einem Riesenkraken.

Die größten heute auf der Erde existierenden Kraken sind jedoch deutlich kleiner und keineswegs dazu in der Lage, etwa ein Segelschiff anzugreifen. Zu den Riesenkraken gehört immerhin die größte rezente Krakenart, der Pazifische Riesenkrake (Enteroctopus dofleini).

Die erwachsenen Tiere erreichen normalerweise etwa 15 kg mit einer maximalen Armspannweite von über 4 m. Das größte gemessene Exemplar soll immerhin 270 kg gewogen und eine Armspannweite von knapp 10 m besessen haben. Der Pazifische Riesenkrake ist einer der bekanntesten amerikanischen Kopffüßerarten und ist unter anderem deshalb so bekannt geworden, da er in vielen Aquarien entlang der amerikanischen Westküste gehalten wird und außerdem eine nicht unbedeutende Rolle in der Fischerei und in der lokalen Kultur spielt.

Erlebnis Erde: Riesenkraken - Geheimnisvolle Wesen aus der Tiefe. ( YouTube Video).

Während der Pazifische Riesenkrake entlang der Küsten des nördlichen Pazifik, von Baja California entlang der amerikanischen Westküste bis nach Alaska und die Aleuten im Norden und entlang der nordpazifischen Küste Asiens von Korea über die chinesische und japanische Küste bis nach Kamtschatka und das Ochotskische Meer vorkommt, gibt es Riesenkraken auch in anderen Teilen der Welt: Der Rote Riesenkrake (Enteroctopus megalocyathus) zum Beispiel an der Küste des südlichen Südamerika, der Südafrikanische Riesenkrake (Enteroctopus magnificus) unter anderem an der Küste Südafrikas und schließlich der Neuseeländische Riesenkrake (Enteroctopus zealandicus) im Gebiet um Neuseeland.

 
Roter Riesenkrake (Enteroctopus megalocyathus): Pardelas, Golfo
Nuevo, Argentinien. Bild: Gonzalo Bravo (iNaturalist) Bild vergrößern!
Der Pazifische Riesenkrake wurde 1862 von dem amerikanischen Malakologen W.M. Gabb als Octopus punctatus beschrieben. In der Arbeit heißt es, Octopus punctatus sei dem südamerikanischen Octopus (später Enteroctopus) megalocyathus am ähnlichsten. Berichten zufolge erreiche die Art, die in der Umgebung von San Francisco häufig und auch in Baja California zu finden sei, eine Armlänge von mehreren Fuß, es sei aber auch schon ein Exemplar mit einer Armlänge von über sieben Fuß (ca. 2,10 m nach heutiger Rechnung) beobachtet worden. Der deutsche Malakologe G. Wülker beschrieb den Pazifischen Riesenkraken 1910 erneut in einer Arbeit über Kopffüßer in japanischen Gewässern, benannte ihn jedoch als Polypus dofleini. Der Artname Octopus punctatus setzte sich schlussendlich nicht durch.

Erst 1998 erkannte man nach anatomischen Untersuchungen, dass sich verschiedene anatomische Merkmale, unter anderem der Aufbau der Kiemen, so nennenswert von denen anderer Kraken, wie dem Gewöhnlichen Kraken (Octopus vulgaris) unterschied, dass es gerechtfertigt erschien, ihn der Gattung Enteroctopus zuzuordnen. Zu dieser gehören heute eben auch die bereits genannten anderen Riesenkrakenarten. Seit 2014 werden sie in der Familie Enteroctopodidae zusammengefasst, zusammen mit anderen Arten, wie dem tiefseelebenden Vulkanoktopus (Vulcanoctopus hydrothermalis, vgl. Systematik der Kopffüßer).


 
MolluscaBase: Enteroctopodidae Strugnell, Norman, Vecchione, Guzik & Allcock, 2014.

 
MolluscaBase: Enteroctopus dofleini (Wülker, 1910).

 
Wikipedia (Englisch): Giant Pacific Octopus.


 
Gabb, G. (1862): Descriptions of two new species of Cephalopodes in the Museum of the California Academy of Natural Sciences. Proceedings of the California Academy of Natural Sciences. 2: S. 170-172. (Link).

 
Wülker, G. (1910): Über japanische Cephalopoden: Beiträge zur Kenntnis der Systematik und Anatomie der Dibranchiaten. Bd. 3: 1, S. 7 f. Verlag der K.B. Akademie der Wissenschaften, München. (Link).


Stellerscher Seelöwe (Eumetopias jubatus) frisst einen Riesenkraken:
Elfin Cove, Alaska, USA. Bild: Kim Nesbitt (iNaturalist) Bild vergrößern!
 
Der Pazifische Riesenkrake ist vorwiegend nachtaktiv und ein so genannter generalistischer Beutegreifer: Im Wesentlichen frisst er also fast alles, was ihn nicht frisst. Wie andere Kraken ernähren Riesenkraken sich vor allem von Krustentieren, wie Krabben und Langusten, von anderen Weichtieren, wie Muscheln, Meerohrschnecken (Haliotidae) und anderen Schnecken, sowie nicht zuletzt Kalmaren und anderen Kraken einschließlich kleineren Artgenossen. Riesenkraken fressen auch Fische, in ihrem Magen hat man auch Überreste kleinerer Haie gefunden. In British Columbia (Kanada) konnte 2012 ein Riesenkrake sogar dabei beobachtet werden, wie er eine (vermutlich sehr unachtsame) Möwe fraß.

Gayne C. Young (Outdoor Life): Pacific Octopus Eats Seagull.

 
Möwe frisst den Tentakel eines Riesenkraken: Victoria, British Columbia,
Kanada. Bild: Kelpadelpian (iNaturalist Bild vergrößern!
Das bedeutet jedoch nicht, dass Riesenkraken andererseits nicht selbst auch Beute für viele Meerestiere wären: Wie bei vielen Kopffüßern sind ihre Paralarven eine willkommene Beute für viele Planktonfresser und Filtrierer (s.u.). Aber auch die erwachsenen Riesenkraken gehören trotz ihrer Größe zur Beute unterschiedlicher Robbenarten, wie dem Seehund (Phoca vitulina) oder dem Stellerschen Seelöwen (Eumetopias jubatus), Seeottern und unterschiedlichen Walen, wie z.B. dem Schwertwal (Orcinus orca), sowie vielen unterschiedlichen Fischen, wie z.B. dem Pazifischen Schlafhai (Somniosus pacificus). Seevögel, wie Möwen, fressen vor allem angeschwemmte oder verletzte Riesenkraken.

In seinem Verbreitungsgebiet ist der Riesenkrake meistens von der Gezeitenzone (Intertidal) bis in eine Tiefe von 2000 m anzutreffen, und kommt besonders in kälterem sauerstoff- und nährstoffreichem Wasser. Dabei stehen dem Riesenkraken, wie anderen Kraken auch, zwei unterschiedliche Fortbewegungsmethoden zur Verfügung:

Eine schnelle schwimmende Fortbewegung im Wasser findet durch den für Kopffüßer typischen Rückstoßantrieb statt: Der Krake presst Wasser aus der Mantelhöhle durch den Sipho aus und wird dadurch rückwärts davongetrieben. Dabei schwimmt er mit dem Körper voran und zieht seine Fangarme hinter sich her (s.o.).

Am Ozeanboden kann er sich hingegen langsamer fortbewegen, indem er mit den Fangarmen über den Boden "geht". Dabei untersucht er gleichzeitig die Umgebung: Um die Saugnäpfe herum angeordnete Sinneszellen versorgen ihn zusätzlich mit Geruchs- und Geschmacksinformationen. Nachdem jeder Arm einen eigenen Nervenknoten oder Ganglion besitzt, können die Arme auch bis zum gewissen Grade autonom eingesetzt werden (vgl. Nervensystem). Diese Saugnäpfe können bei großen Riesenkalmaren bis über 6 cm Durchmesser haben und bis zu 16 kg Gewicht halten.

Cosgrove, James; McDaniel, Neil: "Super Suckers: The Giant Pacific Octopus and Other Cephalopods of the Pacific Coast". Harbour Publishing, Pender Harbour, BC, 2009.


Riesenkrake in seinem Versteck: Puget Sound, Washington, USA.
Bild: Daniel Hershman (iNaturalist) Bild vergrößern!
 
Der Pazifische Oktopus löst dieses Problem, indem er sich ein dauerhaftes Versteck sucht, zu dem er regelmäßig zurückkehrt. Dies können Höhlen sein, die der Oktopus teilweise in weicherem Untergrund auch selbst gräbt, aber auch vom Menschen gemachte Gegenstände, wie Flaschen oder Abwasserrohre. Die Wahl des Untergrundes, in dem der Oktopus sich eine Wohnstatt sucht, hängt oftmals auch mit seiner bevorzugten Nahrung zusammen: Muschelsucher logieren eher in weichem Untergrund, während Krabbenfresser sich eher Rückzugsorte in felsigem Terrain suchen. Der Oktopus bringt seine Beute oftmals zurück in sein Versteck, um sie dort in Sicherheit zu fressen. Infolgedessen liegen um Oktopus-Höhlen oftmals Nahrungsreste verstreut, wie Bruchstücke des Panzers oder Schalen. Nachdem Kraken sich in sehr kleine Räume zwängen können, sind ihre Höhlen im Allgemeinen gerade so groß, dass das Tier hineinpasst und sich umdrehen kann.

Riesenkraken sind relativ ortstreu, sie behalten ihre Wohnstatt meist so lange, wie es geht und ziehen nur bei Notwendigkeit, oft nur wenige Meter entfernt, um. Solche Wanderbewegungen können oftmals stattfinden, weil nicht mehr genug Nahrung zur Verfügung steht, oder weil der Sauerstoffgehalt des Wassers, z.B. als Folge von Überdüngung und Algenblüte) zu gering wird. Zudem bevorzugt der Pazifische Riesenkrake Wassertemperaturen von 8 - 12°C, was auch infolge von Klimaveränderungen dazu führen kann, dass die Tiere in tieferes und kälteres Wasser abwandern.

Monterey Bay Aquarium: Giant Pacific Octopus.

Während die meisten Krakenarten nur ein Jahr alt werden, können Pazifische Riesenkraken ein Alter von drei bis fünf Jahren, mit einer Geschlechtsreife bei etwa zwei Jahren, erreichen. Um ihre dennoch vergleichsweise kurze Lebenserwartung zu kompensieren, legen Riesenkraken sehr viele Eier: Ein weiblicher Riesenkrake kann zwischen 120.000 und 400.000 Eiern legen. Die Begattung findet durch den so genannten Hectocotylus statt, einen spezialisierten Arm, mit dessen Hilfe das Männchen eine sehr große Spermatophore im Mantel des Weibchens platziert. Das Weibchen bewahrt die Spermatophore in ihrer sogenannten Spermatheca auf, bis sie bereit für die Befruchtung ist. Bei einem Weibchen im Seattle Aquarium konnte eine Zeitspanne von etwa sieben Monaten zwischen Begattung und Ablage der befruchteten Eier beobachtet werden.

 
Paralarve eines Pazifischen Riesenkraken (Enteroctopus dofleini):
San Juan Island, Washington, USA. Bild: J.A. Fields (iNaturalist).
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Das Weibchen kümmert sich um ihr Gelege (Brutfürsorge), indem sie ihnen sauerstoffreiches Wasser zuführt und Algenbewuchs entfernt. Während der etwa sechs Monate der Brutfürsorge nimmt sie keine Nahrung zu sich und verlässt das Gelege auch nicht. Nachdem sie nur durch ihr angesammeltes Körperfett überlebt hatte, stirbt sie nach dem Schlüpfen der Paralarven. Pazifische Riesenkraken sind semelpare (Semelparität) Lebewesen, d.h. sie pflanzen sich nur einmal im Leben fort. Teilweise schon während der Fortpflanzung beginnt der Alterungsprozess, der verschiedene physische und Verhaltensveränderungen inkludiert. Im Gegensatz zu den Weibchen halten sich die Männchen in dieser Zeit öfter außerhalb ihres Verstecks auf, was zur Folge hat, dass sie durchschnittlich öfter von Fressfeinden erbeutet werden.


 
Anderson, R.C.; Wood, J.B.; Byrne, R.A. (2002): "Octopus Senescence: The Beginning of the End". Journal of Applied Animal Welfare Science. 5 (4): 275 - 283. (Abstract).

Die Paralarven des Pazifischen Riesenkraken haben beim Schlüpfen etwa die Größe eines Reiskorns und wiegen nur 0,03 g. Allerdings wachsen sie sehr schnell: Bis etwa zum Alter von zwei Jahren täglich etwa 0,9%, bis sie etwa 20 - 40 kg Gewicht erreicht haben. Bis dahin gehören sie aber zur Beute sehr vieler Plankton fressender oder filtrierender Tiere, und nur sehr wenige überleben das Jugendstadium. Das Wachstum und Heranreifen von Kraken hängen erheblich von der Wassertemperatur ab: Während die Tiere in kälterem Wasser langsamer heranwachsen, geschieht dies in wärmerem Wasser schneller, jedoch haben diese Kraken daher auch eine um bis zu 20% kürzere Lebenserwartung.


Riesenkrake versteckt sich hinter einer Kamm-Muschel: Alexander Ar-
chipelago, Alaska, USA. Bild: Madison Reynolds (iNaturalist).
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Riesenkraken, wie andere Kraken, haben erstaunliche Fähigkeiten. Sie können ihre Farbe verändern, um sich zu tarnen, aber auch, um Stimmungen kundzutun: Deshalb zeigen viele Kraken eine rote Farbe, nachdem sie gerade gefangen wurden - ein Ausdruck von Aggression oder Stress. Zusätzlich können sie mit Hilfe von Hautpapillen auch die Oberflächenstruktur ihrer Haut veränderrn, um ihre Tarnung zu verbessern (vgl.: Färbung, Tarnung und Verteidigung).

Kraken werden gemeinhin als die intelligentesten Wirbellosen betrachtet. Gerade der Pazifische Riesenkrake wird oft entlang der amerikanischen Westküste in Aquarien und Zoos gehalten, da die Tiere aufgrund ihrer Größe leicht zu sehen sind und für Besucher sehr interessant sind. Riesenkraken sind beispielsweise dabei beobachtet worden, dass sie bestimmte Menschen erkennen können und mit Farb- und Formveränderungen, sowie Verhaltensäußerungen, wie Wasser aus dem Sipho zu spritzen, auf sie reagieren. Man geht sogar davon aus, dass Kraken unterschiedliche Persönlichkeiten haben. Riesenkraken können auch Behältnisse, sogar solche mit Kindersicherung, öffnen, um an den Inhalt zu gelangen. Ähnlich, wie der Kokosnuss-Krake (Amphioctopus marginatus) können auch Riesenkraken Gegenstände sammeln oder als Schutz benutzen (vgl.: Intelligenz außerhalb der Wirbeltiere?).

 
Pazifischer Riesenkrake: Andreevka, Wladiwostok,
Russland. Bild: Elena Kushkhova (iNaturalist).
Die Betreiber stellt dies natürlich durchaus auch insofern vor Herausforderungen, als Kraken sehr wohl aus ihrem Aquarium entweichen können und dies auch tun werden, wenn sie die Gelegenheit dazu erhalten.


 
BBC Earth: Genius Octopus Can Open Jars. ( YouTube Video).

 
Monterey Bay Aquarium: Stuck on you: caring for our giant Pacific octopus. ( YouTube Video).

 
OctoNation: Playing with Godzilla, the Giant Pacific Octopus at Aquarium of the Pacific!. ( YouTube Video).


 
Anderson, R.C.; Mather, J.A.; Monette, M.Q.; Zimsen, S.R.M. (2010): "Octopuses (Enteroctopus dofleini) Recognize Individual Humans". Journal of Applied Animal Welfare Science. 13 (3): S. 261 - 272. (Abstract).

 
Mather, J.A.; Kuba, M.J. (2013): "The cephalopod specialties: complex nervous system, learning and cognition". Canadian Journal of Zoology. 91 (6): S. 431 - 449. (Abstract).

 
Mather, Jennifer A.; Anderson, Roland C.; Wood, James B.: "Octopus: The Ocean's Intelligent Invertebrate ". Timber Press, Portland, 2010. (Link).

 
Monterey Aquarium: The Giant Octopus Exhibit.

Die Auswirkungen des menschlichen Einflusses auf Riesenkraken sind unterschiedlich:

Zum einen werden Riesenkraken aufgrund ihrer weitgehenden Ortstreue von Veränderungen in den Eigenschaften des umgebenden Wassers beeinflusst. Darunter zählen neben Sauerstoff- und Nährstoffgehalt, sowie Wassertemperatur vor allem auch der Säuregrad (pH) des Wassers, der auf Kraken sehr negative Auswirkungen haben kann.

Während einerseits die Verfügbarkeit von Beutetieren durch die Fischerei und Veränderungen der Wasserqualität stark beeinflusst werden kann, kann diese andererseits durch das Abfischen von Fressfeinden der Kraken positiv auf die Krakenpopulation wirken. Dies wiederum führt aber natürlich zu Nahrungskonkurrenz unter den Kraken, mit der Einschränkung, dass ja auch Kraken gefischt werden. Nachdem viele Beutetiere der Kraken, darunter Krebstiere, Muscheln und Schnecken dazu neigen, Schadstoffe in ihrem Gewebe anzusammeln, hat auch dies negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Krakenpopulationen.

Seitens der IUCN wird der Pazifische Riesenkrake derzeit als "least concern" eingestuft. Lokal gibt es Bestrebungen, die Fischerei nach Riesenkraken teilweise einzuschränken. Dies beruht allerdings vorwiegend auf lokalen Initiativen aufgrund der großen Bekanntheit des Pazifischen Riesenkraken. Ebenso werden oftmals Stimmen laut, die die Haltung von Kraken in Aquarien ablehnen, da dies eine unzumutbare Grausamkeit gegenüber einem offensichtlich intelligenten Lebewesen darstelle.

Van Pelt, Shelby: "Das Glück hat acht Arme". Roman. Fischer-Verlag, 2023. (Link). Als Film bei Netflix (2026).

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Letzte Änderung: 26.05.2026 (Robert Nordsieck).
Letzte Link-Überprüfung: 24.05.2026.