| This page in English! |
|
BlauringkrakenHapalochlaena G. C. Robson, 1929 |
![]() Großer Blauringkrake (Hapalochlaena lunulata): Bitung, Sulawesi, Indo- nesien. Bild: Eva Paulus (iNaturalist) |
Kraken (Octopodidae) besitzen nur acht Arme, die mit Saugnäpfen besetzt sind. Daher rührt auch ihr wissenschaftlicher Name, der "Achtfüßer" bedeutet. Zusätzlich fehlt ihnen, im Gegensatz zu anderen Kopffüßern, jeglicher Rest einer Schale, sowohl einer inneren, wie bei Sepien (Sepiida) oder Kalmaren (Myopsida), oder einer äußeren, wie bei den Perlbooten (Nautilida). Was ihnen an Schutz fehlt, machen die meisten Kraken durch eine für ein wirbelloses Tier sehr hoch entwickelte Intelligenz wett - tatsächlich gelten Kraken als die intelligentesten aller wirbellosen Tiere: Sie haben eine ausgeprägte Fähigkeit zur Lösung von Problemen, wie in zahlreichen Experimenten gezeigt werden konnte. Die zweite Erfolgsstrategie zum Schutz der vermeintlich schutzlosen Kraken ist ihre Fähigkeit, ihre Farbe und zum Teil sogar ihre Oberflächenstruktur zu verändern. Schlussendlich gibt es sogar Kraken, die Gegenstände verwenden, um sich zu tarnen oder zu schützen.
Es gibt jedoch noch eine weitere, offensive Strategie, die Kraken einsetzen können: Gift. Kraken ernähren sich vorwiegend von Krustentieren, deren Panzer sie mit ihrem kräftigen Schnabel aufknacken. Anschließend spritzen sie eine Mischung aus unterschiedlichen Substanzen in den Körper der Beute, darunter Verdauungsenzyme, die das Gewebe der Beute auflösen, aber auch Gifte, durch deren Wirkung die Beute wehrlos gemacht wird. Die vorwiegend in den Gewässern um Australien, Indonesien, den Philippinen und Neuguineas bis nach Japan vorkommenden Blauringkraken haben diese Fähigkeit mit der Hilfe symbiotischer Bakterien perfektioniert.
|
![]() Südlicher Blaustrichkrake (Hapalochlaena fasciata) ohne Warnfärbung: Port Stephens, Nelson Bay, New South Wales, Australien. Bild: Eric Schlögl (iNaturalist) |
|
![]() Kleiner Blauringkrake (Hapalochlaena maculosa): Bay Trail, Rye, Victo- ria, Australien. Bild: Elodie Camprasse (iNaturalist) |
|
![]() Seitenkiemerschnecke (Pleurobranchaea maculata): Rodney, Auckland, Neuseeland. Bild: Gillian Houston (iNaturalist) |
Blauringkraken leben vor allem an Korallen- oder Felsriffen bis in einer Tiefe von 50 m, wo sie vor allem nach unterschiedlichen Krustentieren und nach anderen Weichtieren jagen. Die kleinen Kraken verstecken sich in Gesteinshöhlen und -ritzen und tarnen ihre Verstecke mit Steinen, Muschelschalen und Krebspanzern. Manche Arten halten sich auch nahe dem Strand auf und verstecken sich bei Niedrigwasser in und unter Strandgut, oftmals auch in herumliegenden Dosen oder Flaschen.
Obwohl die meisten Blauringkraken relativ scheue Tiere sind, die dem Menschen, wenn möglich, aus dem Weg gehen, kann es dann schon zu einem Zusammentreffen kommen.
In diesem Zusammenhang stellt sich auch die farbenfrohe Musterung, die den Blauringkraken ihren Namen gegeben hat, als zweischneidiges Schwert heraus. Während die Blauringkraken grundsätzlich eher unauffällig gelblich oder braun mit einer schwachen Ringzeichnung gefärbt sind, wechseln sie zu ihrer aposematischen Warnmusterung, wenn sie sich bedroht fühlen und sich nicht durch Flucht entziehen können. Dann zeigen sie eine hellgelbe Grundfarbe und die bis zu 50 bis 60 über den Körper und die Fangarme verteilten Ringe verändern sich zu strahlenden Blautönen. Die Ringe werden außerdem von den so genannten Iridophoren unterstützt (vgl. Farbveränderung bei Kopffüßern), was durch Reflektion des einfallenden Lichtes einen irisierend schillernden Effekt hervorruft. Durch Muskeln in der Haut können die Kraken die Ringe außerdem flackern oder wabern lassen, was die Warnwirkung verstärkt.
|
| Mäthger, L.M.; Bell, G.R.; Kuzirian, A.M.; Allen, J.J.; Hanlon, R.T. (2012): "How does the blue-ringed octopus (Hapalochlaena lunulata) flash its blue rings?". The Journal of Experimental Biology. 215 (21): 3752 - 3757. (Link). |
Blauringkraken können zwar Tinte produzieren und vor allem Jungtiere setzen durchaus auch Tinte zur Verteidigung ein, aber bei den ausgewachsenen Blauringkraken ist die Tintendrüse stark zurückgebildet und wird, wenn überhaupt, nur noch selten eingesetzt.
Huffard,
C.; Caldwell, R.L. (2002): "Inking in a
Blue-Ringed Octopus, Hapalochlaena lunulata, with a Vestigial Ink Sac".
Pacific Science. (Link).
Dennoch können Blauringkraken ihre aposematische Warnmusterung durchaus mit wirksameren Verteidigungsmaßnahmen unterstützen, falls die Notwendigkeit dazu entsteht. Während Blauringkraken nämlich genauso wie andere Kraken bei der Jagd eine Mischung aus unterschiedlichen proteolytischen Verdauungsenzymen und lähmenden Substanzen einsetzen, um die Gegenwehr der Beute zu unterbinden und beim Zerlegen der Beute zu helfen, besitzen die Blauringkraken zusätzlich ein Verteidigungsmittel, das sie zu einer der bekanntesten Krakengruppen gemacht hat: Gift. Außer zur Verteidigung setzen sie dieses Gift auch bei der Jagd, und manche Arten sogar bei der Paarung ein.
![]() Großer Blauring-Krake (Hapalochlaena lunulata): Anilao, Philippinen. Photo: Jeff Rosenfeld. Quelle: Vibrant Sea. |
|
|
Vergiften Blauringkraken sich selbst? Blauringkraken vergiften sich nicht selbst, da ihre Natrium-Ionenkanäle weniger empfindlich gegen das Gift sind. Wenn ein Blaustrichkrake (H. fasciata) also verhindern will, dass ein Weibchen ihn während der Paarung angreift (s.u.), muss er sie mit einer hohen Dosis in einem vitalen Organ treffen. |
|
| Williams, B.L.; Hanifin, C.D.; Brodie, E.D.; Caldwell, R.L. (2012): "Ontogeny of tetrodotoxin levels in blue-ringed octopuses: Maternal investment and apparent independent production in offspring of Hapalochlaena lunulata". In: Journal of Chemical Ecology 37, Nr. 1, 2011, S. 10 - 17. (Abstract). |
Blauringkraken enthalten in allen Körperteilen und Organen Tetrodotoxin in unterschiedlichen Konzentrationen, wobei die vermutlich höchste Konzentration in den hinteren Speicheldrüsen vorhanden ist. Untersuchungen in Japan haben unlängst ergeben, dass der Krake das Gift nicht nur durch seinen Biss überträgt, auch wenn das die vermutlich häufigste Übertragungsmethode ist. Blaustrichkraken (Hapalochlaena fasciata) können gesteuert Tetrodotoxin in bestimmten Körperteilen anreichern, wenn sie optisch oder olfaktorisch eine Bedrohung wahrnehmen. So wurde ein Blauringkrake einer Muräne ausgesetzt, von der er durch eine Plexiglaswand getrennt war. Als Folge stieg die Tetrodotoxin-Konzentration im Mantel und im Schleim messbar an.
Die Untersuchungen konnten außerdem zeigen, dass Blauringkraken Tetrodotoxin zusammen mit Schleim über ihre Körperoberfläche freisetzen können. Wie das Gift dabei aus Haut und Muskulatur in den Schleim gelangt, ist bislang jedoch noch ungeklärt. Ebensowenig ist bisher bekannt, auf welche Weise der Krake dazu in der Lage ist, Tetrodoxin durch den Körper zu transportieren, das er ja nicht selbst herstellt.
|
| Science Japan: Nagasaki University discovers that Japanese blue-lined octopus releases venom from skin in the presence of predators. | |
|
| Yamate, Y.; Takatani, T.; Takegaki, T. (2021): "Levels and distribution of tetrodotoxin in the blue-lined octopus (Hapalochlaena fasciata) in Japan, with special reference to within-body allocation". Journal of Molluscan Studies. 87 (1). (Abstract). | |
|
| Yamate, Y.; Takatani, T.; Takegaki, T. (2025): "Verification of tetrodotoxin utilisation against predators in Japanese blue-lined octopus Hapalochlaena cf. fasciata". Molluscan Research, 45 (1), 1 - 8. (Abstract). |
![]() Clown-Fangschreckenkrebs (Odontodactylus scyllarum): Nordwest-Bali, Indonesien. Bild: Laura Cook (iNaturalist). |
Fangschreckenkrebse und Blauringkraken Das Tetrodotoxin, das Blauringkraken und verschiedene andere Tiere einsetzen, gehört zu den wirksamsten bekannten Nervengiften. Es blockiert die Natrium-Ionenkanäle der Nervenzellen und lähmt dadurch die Atmung. Nur wenige Tiere in ihrem Lebensraum werden einen Blauringkraken mit seiner auffälligen Musterung angreifen. Zu den wenigen Fressfeinden der Blauringkraken gehören jedoch die Fangschreckenkrebse (Stomatopoda, z.B. Odontodactylus scyllarus). Diese können aber einen Blauringkraken durch einen blitzschnellen Scherenhieb so schnell töten, dass er keine Gelegenheit mehr hat, sein Gift einzusetzen. Vermutlich sind diese Fangschreckenkrebse überdies weniger empfindlich gegen das Gift des Blauringkraken, so dass sie überhaupt dazu in der Lage sind, die Blauringkraken überhaupt fressen können, ohne sich dabei zu vergiften. |
Tetrodotoxin ist ein wirksames Nervengift, das die Natrium-Ionenkanäle der Nervenzellen blockiert und dadurch Muskellähmungen und schließlich den Tod herbeiführt. Für den Menschen ist ein Blauringkraken-Biss vor allem deswegen gefährlich, weil der Biss aufgrund der geringen Größe des Kraken oftmals gar nicht bemerkt wird. Wenn dann Übelkeit einsetzt und die Atmung schwer wird, ist es bereits lebensgefährlich, da die Atmung meist sehr schnell durch Lähmung des Zwerchfells vollständig aussetzt. Gegen Tetrodotoxin gibt es kein Antiserum, ebenso wenig wie gegen das Gift der Kegelschnecken (Conidae), daher müssen Patienten mit einer Blauringkraken-Vergiftung so schnell, wie möglich, künstlich beatmet werden. Wenn dies rechtzeitig geschieht, haben sie eine so gute Überlebenschance, dass seit den 60er Jahren keine Menschen mehr durch einen Blauringkraken zu Tode gekommen sind.
Außerdem sind Blauringkraken, wie bereits erwähnt, sehr scheue, wenig
territoriale Tiere. Wenn man also einem Blauringkraken begegnet, der durch seine
leuchtende Warnfarbe zeigt, dass er sich belästigt oder bedroht fühlt, hat man
im Allgemeinen mehr als genug Zeit, sich zurückzuziehen, anders etwa als bei
einer Kegelschnecke. Achtsamkeit und Vorsicht kann sich hier also als
lebensrettend herausstellen. Im besonderen Maße ist davon abzuraten,
Blauringkraken mit Absicht zu ärgern, um für ein Foto die schöne Musterung
hervorzurufen.
All
Things Marine Life:
All Things
Blue Ringed Octopus - Unveiling the Deadly Secrets of the Ocean's Tiny Marvel.
(
YouTube Video).
Animal Fact
Files:
Blue-ringed Octopus Facts: A Deadly Octopus. (
YouTube Video).
Made in the
Wild:
World's Most Deadly Octopus! ft. Blue Ringed Octopus. (
YouTube Video).
![]() Großer Blauringkrake (Hapalochlaena lunulata): Bitung, Sulawesi, Indo- nesien. Bild: Steve Cappell (iNaturalist) |
|
![]() Südlicher Blaustrichkrake (H. fasciata): Port Stephens, New South Wales, Australien. Bild: Steve Smith (iNaturalist) |
Ebenso, wie andere Kopffüßer, bewegen sich auch Blauringkraken sich auf kurze Strecken mit Hilfe des typischen Rückstoßantriebs fort, indem sie Wasser durch den Sipho aus der Mantelhöhle ausstoßen (vgl. Bild links). Ebenso wie die meisten Kraken können sie sich sonst außerdem deutlich langsamer fortbewegen, indem sie auf ihren Armen über den Ozeanboden "gehen".
![]() Großer Blauringkrake (Hapalochlaena lunulata): Logon, Cebu, Philippi- nen. Bild: Lou van Haeren (iNaturalist) |
Manchmal wechselt das Weibchen bei einem Begattungsversuch zu ihrer Warnfarbe. Ebenso kann es vorkommen, dass sie versucht, den männlichen Kraken abzuschütteln oder einen enthusiastischen Partner sogar mit Gewalt zu entfernen. Diese Wahrscheinlichkeit ist vor allem dann größer, wenn sie sich zuvor schon mit einem anderen Männchen gepaart hatte.
Blaustrichkraken (Hapalochlaena fasciata) setzen ihr Gift außerdem auch bei der Paarung ein: Das Weibchen ist größer als das Männchen und ein misslungener Paarungsversuch kann auch damit enden, dass das Männchen gefressen wird, sollte sie seine Annäherungsversuche falsch verstehen. Daher beißt das Männchen das Weibchen, sodass sie während des Paarungsvorganges gelähmt ist. Dazu muss er alllerdings einen hochdosierten Giftbiss anwenden und eine vitalen Stelle, wie etwa die Hauptschlagader treffen, da Blauringkraken grundsätzlich nahezu immun gegen ihr eigenes Gift sind (vgl. Kasten oben). Die Wirkung des Giftes lässt nach einiger Zeit jedoch ohne Folgewirkungen für das Weibchen nach.
Abgesehen davon sind auch schon Paarungsversuche zwischen zwei Männchen beobachtet worden. Das begattende Männchen zieht sich jedoch im Allgemeinen zurück, nachdem er seinen Irrtum erkannt hat und es findet auch keine vollständige Begattung statt, d.h. es wird keine Spermatophore übertragen.
|
| Aquarium of the Pacific: Greater Blue Ringed Octopus (Hapalochlaena lunulata). | |
|
| Cheng, M.W.; Caldwell, R.L. (2000): "Sex identification and mating in the blue-ringed octopus, Hapalochlaena lunulata". Animal Behaviour. 60 (1): 27 – 33. (Abstract). | |
|
| Morse, P.; Zenger, K.R.; McCormick, M.I.; Meekan, M.G.; Huffard, C.L. (2015): "Nocturnal mating behaviour and dynamic male investment of copulation time in the southern blue-ringed octopus, Hapalochlaena maculosa (Cephalopoda: Octopodidae)" (PDF). Behaviour. 152 (14): 1883 - 1910. (Abstract). | |
|
| Wen-Sung Chung (OctoNation): Blue Lined Octopus Mating Explained: Why Males Inject Venom During Sex. |
Weibliche Blauringkraken legen nur einmal in ihrem Leben ein Eipaket mit ungefähr 50 Eiern, im Allgemeinen im Herbst. Anschließend beschützt sie das Gelege etwa sechs Monate lang unter ihren Armen, ohne währenddessen Nahrung zu sich zu nehmen. Nachdem die Jungtiere als Paralarven geschlüpft sind, stirbt das Muttertier ab und die Jungen erreichen die Geschlechtsreife bis zum nächsten Jahr.
Roy L. Caldwell:
H.
lunulata hatching. (
YouTube Video).
![]() Großer Blauring-Krake (Hapalochlaena lunulata): Anilao, Philippinen. Photo: Jeff Rosenfeld. Quelle: Vibrant Sea. |
Im Ruhezustand erscheint der Große Blauringkrake im Allgemeinen hellbraun bis dunkelgelb oder auch grau. Etwa 25, etwa 8 cm große schwach blaue Ringe bedecken den Mantel und die Arme. Jeder Ring hat einen schwarzen Hof und ein dunkelbraunes Innenfeld. Wenn der Krake zu seiner Warnfärbung wechselt, verändern sich die schwach blauen Ringe zu einer irisierend leuchtenden blauen Farbe und die Körperfarbe verändert sich zu einem hellen Gelbton. Hautpapillen geben dem Kraken eine raue Oberflächenstruktur.
![]() Südlicher Blaustrichkrake (Hapalochlaena fasciata): Port Stephens, New South Wales, Australien. Bild: Dave Harasti (iNaturalist). |
Das Verbreitungsgebiet dieser Art liegt zwar überwiegend in den subtropischen Gewässern Ostaustraliens, allerdings ist der Blaustrichkrake inzwischen auch an der West- und Nordküste von Kyushu und Honshu in Japan zu finden. Der Blaustrichkrake ist ein Bewohner von Felsriffen und -küsten und bei Ebbe auch in Gezeitentümpeln zu finden.
|
| Kim, J.H.; Suzuki, T.; Shim, K.B.; Oh, E.-G. (2012): "The Widespread Distribution of the Venomous and Poisonous Blue-lined Octopus Hapalochlaena spp., in the East/Japan Sea: Possible Effects of Sea Warming". Fisheries and aquatic sciences. 15. 1-8. (Link). |
![]() Kleiner Blauringkrake (Hapalochlaena maculosa): Blairgowrie, Victoria, Australien. Bild: Tiffany Kosch (iNaturalist). |
Der Kleine Blauringkrake wird als scheuer und harmloser Krake beschrieben, der eher flüchtet, wenn er die Möglichkeit hat, als sich zu wehren. Die Tiere sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber in Felsritzen und -höhlen, sowie außerdem am Strand in und unter Strandgut, aber auch in herumliegenden Dosen.
Trotz seines umgangssprachlichen Namens wird dieser Blauringkrake mit bis zu 22 cm Länge deutlich größer als die anderen Arten der Gattung.
Diese Art der Blauringkraken wurde bisher nur selten beschrieben: Zum ersten Mal 1938 von den Andamanen, das zweite Mal 2013 aus dem Golf von Bengalen (Südost-Indien), später wurden im Golf von Bengalen weitere Exemplare gefunden. Dennoch ist nur wenig darüber bekannt. Daher gibt es auch keinen allgemein gültigen umgangssprachlichen Namen.
|
| Sethi, S.N.; Nivas, R.K.; Sethi, S. (2019): "New records of blue ring octopus, Hapalochlaena nierstraszi, Adam 1938, from the Bay of Bengal along the Chennai coast, Tamil Nadu, India". Indian Journal of Geo-Marine Sciences. 48. 93-95. (Abstract). |
![]() Asiatische Dattelmuschel (Arcuatula senhousia): Marennes, Charente Maritime, Frankreich. Bild: Frédéric André (iNaturalist). |
![]() Kleiner Blauringkrake (Hapalochlaena maculosa) in einer Seegraswiese: Rapid Bay, Yankalilla, South Australia. Bild: David Muirhead (iNaturalist). |
In ihren Ökosystemen spielen sie eine wichtige Rolle in der Kontrolle der Krebstiere und sind daher auch ein wichtiger Bestandteil des natürlichen Gleichgewichts. Mehrere Arten von Blauringkraken sind außerdem sehr nützlich weil sie dabei helfen, die Bestände der Asiatischen Dattelmuschel (Arcuatula senhousia, Bild links) zu regulieren, einer invasiven Art aus der Familie der Miesmuscheln, die sich aus dem Indischen Ozean in vielen Regionen stark ausgebreitet hat.
Zusätzlich dürften Blauringkraken bei der Erforschung des Nutzens von Tetrodotoxin für die Medizin als nützlich erweisen: Tetrodotoxin wird sowohl als Schmerzmittel, als auch in der neurologischen Forschung genutzt.
Schutzmaßnahmen für Blauringkrakenarten sind derzeit nicht bekannt. Dabei sollte aber erwähnt werden, dass viele Populationen an Blauringkraken verletzlich sind, da die Tiere sich nur bedingt ausbreiten können, nachdem sie nicht im Tiefwasser vorkommen und daher oftmals aufgrund begrenzender tieferer Wasserzonen isoliert vorkommen können. Die generelle Beeiträchtigung vieler Riffe durch menschliche und ökologische Faktoren tragen ebenfalls dazu bei.
Abschließend kommt es erstaunlicherweise tatsächlich vor, dass Blauringkraken, trotz ihrer Gefährlichkeit und sehr geringen Lebenserwartung, im Aquarium gehalten werden, besonders da die ausgewachsenen Tiere stark reduzierte Tintendrüsen besitzen, die sie, wenn überhaupt, höchstens selten einsetzen.
Letzte Änderung:
29.06.2026 (Robert
Nordsieck).
Letzte Link-Überprüfung: 24.05.2026.