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![]() Walisische Geisterschnecke (Selenochlamys ysbryda). Bild: National Museum Wales (Quelle). ( |
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![]() Radula und einzelner Radulazahn von Selenochlamys ysbryda. EM-Bild: National Museum Wales (Quelle). ( |
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Erst 2006 hat man jedoch in Wales eine Schneckenart entdeckt, die wegen ihrer unterirdischen Lebensweise bis dahin der Wissenschaft verborgen geblieben war und die den wissenschaftlichen Namen Selenochlamys ysbryda Rowson & Symondson, 2008 erhielt. Der Artname ysbryda rührt vom walisischen Wort ysbryd für einen Geist her und tatsächlich hat die weiße, durchsichtig anmutende Nacktschnecke mit ihrer nächtlichen unterirdischen Lebensweise etwas Geisterhaftes an sich.
Die Reduktion der Schale ist bei der Geisterschnecke noch weiter fortgeschritten, als bei den Rucksackschnecken: Selenochlamys ist eine vollständige Nacktschnecke ohne eine äußerliche Spur eines Gehäuses. Anders, als bei den einheimischen Nacktschnecken befindet sich aber ihr Atemloch am Ende des Fußes, ähnlich, wie bei den Rucksackschnecken.
Zusätzlich sind bei der Geisterschnecke auch die bei unterirdischer
Lebensweise wenig nutzbringenden Augen reduziert. Wie andere unterirdisch
lebende Schnecken, z.B. die
Blindschnecke (Ceciliodes acicula), besitzt
Selenochlamys zwar vier Fühler, aber keine Augen.
Ähnlich wie bei anderen
räuberischen Schneckengruppen (z.B.
Testacellen, Daudebardien und der
Dalmatinischen Raubschnecke (Poiretia cornea), vgl. Ernährung
der Schnecken II),
sind auch die Radulazähne der Geisterschnecke an deren Ernährungsweise
angepasst: Dolchartige Radulazähnchen erleichtern es der Schnecke, Regenwürmer
zu packen, am Entweichen zu hindern und in den Mund zu ziehen. Man darf auch bei
der Geisterschnecke davon ausgehen, dass der Regenwurm im Ganzen gefressen wird.
Das erste Exemplar der Geisterschnecke wurde passenderweise im Hof einer Kirche in Brecon in Wales gefunden. Weitere Exemplare tauchten später an anderen Stellen in Wales auf. Von dort breitet sich die Geisterschnecke in Wales aus, wo sie möglicherweise durch die Jagd auf Regenwürmer zu einem Agrarschädling wird (Sally Williams: Worm-eating 'ghost' slug is advancing across Wales. Wales Online (2012), abgerufen 13.09.2022).
Man geht davon aus, dass Selenochlamys ysbryda eine eingeschleppte Art
(Neozoon) ist, die vielleicht mit Topfpflanzen nach Großbritannien gelangt ist.
(
Fundort in Wales - neues Fenster). Die nächsten Verwandten dieser
Nacktschneckenart aus der Familie der Trigonochlamydidae leben in der Türkei und
in Georgien (Selenochlamys pallida). Exemplare von Selenochlamys, die 2012 und
2015 auf der Krim in der Ukraine gefunden werden, wurden u.a. anatomisch von
Selenochlamys pallida unterschieden und als Selenochlamys ysbryda bestimmt und
es wird vermutet, dass die Art ursprünglich von der Krim stammt.
Literatur: