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Kegelchen (Euconulidae)

 
Kaliella gregaria, ein spektakulärer Euconulide aus Borneo.
Bild: © Menno Schilthuizen (North Borneo Land Snails).

Die Kegelchen sind eine Familie von kleinen bis sehr kleinen Landschnecken, deren Verbreitungsschwerpunkt im Pazifik liegt. Ihren Namen haben sie von der Kegelform ihres Gehäuses. Ähnlich, wie Wegschnecken (Arionidae) besitzen auch die Kegelchen eine drüsenhaltige Schwanzgrube, die dazu dient, den Sohlenschleim wieder zu verwerten, der sich als kleiner Schleimballen an der Schwanzspitze sammelt.

Die Familie der Kegelchen (Euconulidae) teilt sich die Überfamilie Gastrodontoidea mit den Glanzschnecken (Oxychilidae), wie zum Beispiel den Gattungen Oxychilus und Aegopinella, sowie mit den winzigen Kristallschnecken Vitrea in der Familie Pristilomatidae. Der Gattungsname Euconulus bedeutet "schönes Kegelchen".

Glasschneckenverwandte (Vitrinoidea).

Systematik

Klasse: Gastropoda
Unterklasse: Pulmonata
Überordnung: Eupulmonata
Ordnung: Stylommatophora
Unterordnung: Sigmurethra
Infraordnung: Arionoinei
Überfamilie: Gastrodontoidea
Familie: Euconulidae Reinhardt 1883

Quelle: Mollbase auf http://www.mollbase.de/list/, Fauna Europaea auf http://www.faunaeur.org.

Helles Kegelchen - Euconulus fulvus (O. F. Müller 1774)


Helles Kegelchen (Euconulus fulvus) aus dem Kanton Schaff-
hausen (Schweiz). Bild: © Stefan Haller, (schneckenfoto.ch).
 

Beschreibung: Das Helle Kegelchen hat ein gelblich braunes Gehäuse, dessen Oberseite recht hell gefärbt ist und auf der Unterseite seidig und glatt aussieht. Das Gehäuse hat keinen sichtbaren Nabel (Umbilicus) und die äußerste Windung weist einen leichten stumpfen Kiel auf.

Maße: H: 2 - 2,5 mm; B: 2,8 - 3,5 mm. Information: Abkürzungen

 
Schale von Euconulus fulvus.
Bild: © Vollrath Wiese (Haus der Natur), Cismar.

Lebensraum und Verbreitung: Das Helle Kegelchen lebt meist in Wäldern aller Arten, bevorzugt dabei kühle und feuchte Böden mit Totholz in montanen und subalpinen Nadelwäldern. Euconulus fulvus tritt aber auch in feuchten und trockeneren Wiesen und alpinen Graslebensräumen auf, wobei er kalkarme Standorte toleriert.

Die Art ist holarktisch verbreitet (vgl. Faunenprovinzen der Erde), sie tritt in ganz Europa auf, in der Schweiz bis in einer Höhe von 2900 m NN, allerdings ist sie jenseits von 2400 m NN sehr selten. In der Schweiz ist Euconulus fulvus eine der häufigsten Landschneckenarten, nach der Baumschnecke (Arianta arbustorum) und der Gefleckten Schüsselschnecke (Discus rotundatus).

Francisco Welter-Schultes: Euconulus fulvus species homepage.

Außer der genannten Art gibt es in Europa noch mehrere weitere Euconulus-Arten, über die nicht unbedingt Konsens herrscht: Die von den Britischen Inseln als Dunkles Kegelchen, Euconulus alderi (Gray 1840), benannt wird (vgl. auch Falkner 1990) unterscheidet sich von den mit dem gleichen Namen angesprochenen Schnecken auf dem Festland so nennenswert, dass diese eine eigene Art, Euconulus praticola (Reinhardt 1883), darstellen dürften. Außer den beiden gut abgegrenzten, aber variablen Arten Euconulus fulvus und Euconulus praticola kommt in Mitteleuropa außerdem mindestens eine weitere Art vor, das Dunkle Waldkegelchen, Euconulus trochiformis (Montagu 1803).

Mollbase: Dunkles Kegelchen (Euconulus praticola).
Mollbase: Dunkles Waldkegelchen (Euconulus trochiformis).
Falkner, G.; Ripken, T. E. J.; Falkner, M. (2002): Mollusques continentaux de France. Liste de Référence annotée et Bibliographie. Paris (Musée National d'Histoire Naturelle).
Bill Frank and David Kirsh: The six Euconulus species of the Eastern United States.
Menno Schilthuizen (National Museum of Natural History Naturalis, Leiden): North Borneo Land Snails.


Mit Bildern von Stefan Haller:
http://www.schneckenfoto.ch.