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Kristallschnecken (Pristilomatidae)


Pristiloma stearnsii aus British Columbia, Kanada.
Bild: Kristiina Ovaska. Quelle: CalPhotos.
 

Die Landschneckenfamilie der Pristilomatidae gehört zur Überfamilie der Gastrodontoidea, zusammen mit Glanzschnecken (Oxychilidae) und den Kegelchen (Euconulidae).

Systematik

Klasse: Gastropoda
Unterklasse: Pulmonata
Überordnung: Eupulmonata
Ordnung: Stylommatophora
Unterordnung: Sigmurethra
Infraordnung: Arionoinei
Überfamilie: Gastrodontoidea
Familie: Euconulidae Reinhardt 1883

Quelle: Mollbase auf http://www.mollbase.de/list/, Fauna Europaea auf http://www.faunaeur.org.

Schnecken der namengebenden Gattung Pristiloma kommen beispielsweise in British Columbia im Südwesten Kanadas vor.

Zu den Pristilomatidae werden heute außerdem alle einheimischen Arten kleiner bis winziger Landschnecken gezählt, die früher als Kristallschnecken (Vitreinae) den Glanzschnecken (Zonitidae) zugeordnet wurde.

Glasschneckenverwandte (Vitrinoidea).

Über die einheimischen Arten hinaus ist die Familie Pristilomatidae aber weit verbreitet: Vertreter der Familie findet man in der Nearktis (Nordamerika), der Neotropis (Südamerika), der Paläarktis (Nördliches Eurasien), Polynesien und Hawaii (vgl. Faunenprovinzen der Erde).

Gemeine Kristallschnecke - Vitrea crystallina (O. F. Müller 1774)

 
Gemeine Kristallschnecke (Vitrea crystallina).
Bild: © Stefan Haller, (schneckenfoto.ch).

Die Gemeine Kristallschnecke ist eine der häufigsten einheimischen Kristallschneckenarten.

Beschreibung: Das gedrungen scheibenförmige Gehäuse der Gemeinen Kristallschnecke ist sehr variabel, unterscheidet sich aber von anderen Kristallschneckenarten durch den erweiterten letzten Umgang, der 1½ mal so weit wie der vorige Umgang ist. Die Gehäuseoberfläche ist sehr fein gestreift, erscheint aber sonst glänzend, von leicht grünlicher Farbe und durchsichtig. Der Nabel (Umbilicus) des Gehäuses ist eng (etwa ein Achtel des größten Gehäusedurchmessers), doch offen genug, dass der vorletzte Umgang sichtbar bleibt.

Maße: H: 1,4 - 2,1 mm; B: 3,1 - 4,0 mm; U: 4 - 5. Information: Abkürzungen


Im Vergleich: Vitrea crystallina (links) und V. contracta.
Bilder: © Vollrath Wiese (Haus der Natur), Cismar.
 

Lebensraum und Verbreitung: Die Gemeine Kristallschnecke lebt in der Laubstreu und unter Steinen in feuchten Wäldern, versteckt sich auch im Moos. Vitrea crystallina ist eine charakteristische Art der Auenwälder und ist auch auf Nasswiesen und in Sumpfgebieten zu finden. An Gewässerufern lebt sie zwischen Kräutern und im Schilf.

Ihren Lebensraum teilt Vitrea crystallina oft mit anderen Kristallschneckenarten, etwa der Ungenabelten Kristallschnecke (Vitrea diaphana) und der Weit genabelten Kristallschnecke (Vitrea contracta, Bild).

Reischütz, P. L. (1996): "Die Molluskenfauna von Wäldern mit hohem Totholzanteil im Bereich des Wienerwaldes.", Wiss. Mitt. Niederösterr. Landesmuseum 9, 163 - 172 (PDF).

Die Gemeine Kristallschnecke kommt fast in ganz Europa vor, mit Ausnahme des äußersten Südens. In Norwegen erstreckt sich das Verbreitungsgebiet der Art bis 65° n. Br. In der Schweiz tritt die Art im Wallis bis in einer Höhe von 2300 m NN auf.

Eingeschleppt wurde die Gemeine Kristallschnecke beispielsweise in Australien.

Francisco Welter-Schultes: Vitrea crystallina species homepage.
Mollbase: Vitrea (Crystallus) crystallina (Gemeine Kristallschnecke).
NABU Sachsen: Zwerge im Seggenwald.

Ehrmann, P.: "Mollusca", in: "Die Tierwelt Mitteleuropas", 1956, S. 92 f.


Mit Bildern von Stefan Haller:
http://www.schneckenfoto.ch.