Erstaunliches über Weichtiere

 
 
 
  Tintenfisch (Sepia) bei Komodo
Tintenfisch (Sepia) bei der Insel Komodo. Bild: Nick Hobgood.
   

Etwa 55.000 Arten zählt die Biologie nach neueren Erkenntnissen zum Tierstamm der Weichtiere oder Mollusken. Die acht rezenten Klassen, in die man die Weichtiere aufteilt, sind sehr verschiedengestaltig, beim einfachen Hinsehen wird man oft nicht erkennen können, dass es sich um Angehörige der selben Tiergruppe handelt.

Wer würde eine langsam auf der Erde kriechende Schnecke, einen pfeilschnell durchs Meer schießenden Kalmar oder eine still am Grund eines Sees sitzende Teichmuschel für Angehörige der selben Tiergruppe halten? Wer würde einen Riesenkalmar von 20 Meter und eine Schnecke von 0,3 Millimeter Größe vergleichen wollen?

Dennoch sind dies alles Weichtiere, die trotz ihrer äußerlich sehr unterschiedlichen Erscheinung gemeinsame Merkmale aufweisen. Diese gemeinsamen Merkmale haben schließlich zur Bildung des Tierstammes Mollusca durch den französischen Biologen Cuvier geführt.

Schnecken haben sich an nahezu jeden denkbaren Lebensraum auf der Erde angepasst, deswegen gibt es auch sehr viele unterschiedliche Arten, etwa 43.000. Das sind fast 80% aller Weichtierarten. Kopffüßer, wie Kraken und Kalmare, gehören andererseits zu den intelligentesten Lebewesen auf der Welt und sind zu erstaunlichen Fähigkeiten in der Lage. Tintenfische schließlich sind keine Fische, sondern Weichtiere, und außerdem Meister der Tarnung, deren charakteristische Tinte zur Abwehr von Feinden dient.

Muscheln sind die zweite Weichtierklasse, die sich an ein Leben außerhalb des Meeres angepasst haben. Mit etwa 10.000 Arten sind sie die zweitgrößte Gruppe der Weichtiere. Sie haben sich meist an eine sesshafte Lebensweise angepasst, manche von ihnen jedoch sind durchaus in der Lage, sich durchs Meer zu bewegen.

Nicht nur biologisch sind Weichtiere hochinteressant. In der Antike gewann man aus einer Meeresschnecke den Farbstoff Purpur, der die besten Krieger Griechenlands ebenso schmückte, wie die Senatoren Roms. Manche Muscheln produzieren Perlen, die zu Schmuck und Zierde dienen, ebenso, wie das Perlmutt, das die Schalen dieser Muscheln auskleidet. Archäologische Hinweise deuten andererseits darauf hin, dass schon in der frühen Steinzeit Muscheln, später auch Schnecken, dem Menschen als Nahrung dienten. Heute züchtet man sie schon in Aquakulturen und Schneckenfarmen.

Viele Weichtiere haben kulturelle Bedeutung vor allem in seefahrenden Völkern, wie zum Beispiel das Tritonshorn, eine Schnecke. Kaurischnecken, eine andere Schneckengruppe, dienten in vielen Teilen der Welt bis zum Aufkommen des Bargeldes als Zahlungmittel. Kraken und Kalmare, vor allem die großen Arten, sind Stoff zahlreicher Legenden, von Odysseus bis Jules Vernes Kapitän Nemo.

Trotz dieser interessanten Fakten gehören die Weichtiere oft zu den eher weniger bekannten Tiergruppen. Es ist das Ziel dieser Homepage, Ihnen diese faszinierende Gruppe näher zubringen und Interesse zu wecken für eine Welt, die sich oft im Verborgenen abspielt. 





Die lebende Welt der Weichtiere von Robert Nordsieck.

Youtube Der Youtube-Kanal von Weichtiere.at mit mehreren Videoclips zum Anschauen!


 Tigerschnegel (Limax maximus) Zwei Tigerschnegel verfolgen einander. Wegschnecke greift vorbei kriechenden Schnegel an.
Neu: Die Seite über Tigerschnegel (Limax maximus) auf schnegel.at wurde komplett überarbeitet  und mit zahlreichen neuen Bildern von Martina Eleveld,
besonders über de Paarung des Tigerschnegels, versehen, zusätzlich zu einer neuen Video-Playlist zum selben Thema auf unserem YouTube-Kanal!



Deutsche Malakozoologische Gesellschaft



Bild: Haus der Natur in Cismar.

Bestimmungskarten "Weichtiere Österreichs - Gehäuseschnecken" und
"Weichtiere Österreichs - Süßwasserschnecken und Nacktschnecken"

Zusätzliche Informationen!

Erhältlich im Naturhistorischen Museum in Wien und im Haus der Natur in Cismar, Deutschland.
Überblick über die deutschen und holländischen Bestimmungskarten: http://www.miniposter.hausdernatur.de/.



http://www.mollusca.de: Reichhaltige Seite der DMG rund um die Weichtierforschung.

 

Naturkundemuseum Stuttgart: Weichtiere
Naturkundemuseum Stuttgart: Weichtiere - Bestimmung, Systematik, Fundmeldungen

 


Erste Vorarlberger Malakologische Gesellschaft


Weichtiere beim Naturschutzbund Deutschland (NABU)