Grüne Koboldschnecke

Hemiplecta wichmanni (Sarasin 1899)

 
Bei der Grünen Koboldschnecke (Hemiplecta wichmanni) tritt
der Mantel deutlich unter der Schalenmündung hervor.
Bild: Martina Eleveld.
   
 
Grüne Koboldschnecke (Hemiplecta wichmanni), Blick auf den
Mantel und einen Teil des Fußsaums. Bild: Martina Eleveld.

Die Grüne Koboldschnecke (Hemiplecta wichmanni) aus Indonesien gehört zur Schneckenfamilie der Ariophantidae. Diese in Indien und Südostasien vorkommende tropische Schneckenfamilie soll auf einer getrennten Seite genauer beschrieben werden, da wir nennenswerte Unterschiede in Körperbau und Verhalten im Vergleich mit einheimischen Landschnecken festgestellt haben.

Ariophantidae auf weichtiere.at

Beschreibung: Die Grüne Koboldschnecke weist ein gedrückt kugeliges Gehäuse mit einer olivgrünen bis bräunlichen Grundfärbung auf. Neben nahezu einfärbigen Exemplaren gibt es auch Exemplare mit mehreren relativ breiten dunklen Bändern beiderseits der Mittellinie. Die Gehäuseoberfläche zeichnet sich durch eine recht deutliche Rippenskulptur aus. Die Windungen sind nur mäßig gewölbt und an der Naht nicht stark eingeschnürt.


Grüne Koboldschnecke (Hemiplecta wichmanni), Indonesien.
Bild: Martina Eleveld.
 

Der Weichkörper des Tieres ist graubraun mit einem rötlichen Farbton. Zwei deutlich erkennbare Furchen sind parallel zum Fußsaum zu sehen. Der Mantel des Tieres bedeckt einen größeren Teil des Fußes außerhalb des Gehäuses, anders als bei einheimischen Gehäuseschnecken, mit Ausnahme der Glasschnecken (Vitrinidae) und hebt sich vom Fuß durch eine deutlich rötere Färbung ab.

Ein einzelner "Finger" des Mantels kann von der Schnecke über die letzte Schalenwindung ausgestreckt werden und wird aktiv bewegt. Möglicherweise dient dieser Mantelfortsatz der Reinigung des Gehäuses, ein Schutz gegen Beutegreifer, vergleichbar mit den Glattschnecken (Cochlicopidae).

Maße: 55 - 60 mm Durchmesser.

Lebensraum und Verbreitung: Grüne Koboldschnecken sind Waldbewohner des tropischen Indonesiens. Sie leben vorwiegend auf Bäumen und fressen vor allem Flechten und Algen, aber zum Teil auch Früchte. Die Tiere sind sehr lebhaft und naturgemäß sehr kletterfreundlich. Man geht davon aus, dass die Schnecken innerhalb von Monaten geschlechtsreif werden.

Die Grüne Koboldschnecke wird hierzulande inzwischen als Terrarienschnecke bekannt, da sie in einem feucht-warmen (Luftfeuchtigkeit 80 - 90%, Temperatur 25 - 28°C tags, 22 - 25°C nachts) Terrarium gut gehalten werden kann. Das Terrarium sollte ausreichend hoch sein und den Schnecken viele Klettermöglichkeiten auf flechtenbewachsenen Ästen bieten. Neben den Flechten fressen die Tiere im Terrarium auch Gurke und Pilze.

Forum Schnecken-zone.de: Artbeschreibung Hemiplecta wichmanni.