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Glattschnecken (Cochlicopidae)

Die Schnecken der Familie Cochlicopidae werden im deutschen Sprachgebrauch oftmals als Achatschnecken bezeichnet (vgl. z.B. Mollbase: Cochlicopidae). Um Verwechslungen mit den afrikanischen Achatschnecken (Achatinidae) zu vermeiden, verwenden wir hier nach Fechter, R.; Falkner, G. (1990): "Weichtiere" die deutsche Bezeichnung "Glattschnecken".

 
Gemeine Glattschnecke (Cochlicopa cf. lubrica).
Bild: Bramblejungle (Quelle).

Systematik

Klasse: Gastropoda
Unterklasse: Pulmonata
Überordnung: Eupulmonata
Ordnung: Stylommatophora
Unterordnung: Orthurethra
Überfamilie: Cochlicopoidea
Familie: Cochlicopidae Pilsbry 1900 (1879)

Quelle: Mollbase auf http://www.mollbase.de/list/.


Gemeine Glattschnecke (Cochlicopa lubrica).
Bild: © Alexander Mrkvicka, Wien (mrkvicka.at).
 

Glattschnecken sind kleine Landlungenschnecken mit einem glatten, glänzenden Gehäuse. Dass das Gehäuse so glatt ist, ist ein besonderer Schutz dieser Schneckenfamilie gegen Beutegreifer. Die Schnecke unterstützt dies, indem sie laufend ihr Gehäuse mit der Radula reinigt.

Gemeine Glattschnecke - Cochlicopa lubrica (O. F. Müller 1774)

 
Cochlicopa lubrica.

Bild: Helmut Nisters.

Beschreibung: Das glänzende und glatte Gehäuse der Gemeinen Glattschnecke (auch als Gemeine Achatschnecke bezeichnet, was etwas irreführend ist) ist länglich eiförmig mit einer gerundeten Spitze (Apex). Die Färbung ist hornfarben gelblich bis rotbraun. Die Mündung ist auf der Innenseite leicht verdickt. Das Gehäuse ist etwas größer als bei Cochlicopa lubricella, weniger zylindrisch und die Umgänge sind etwas gerundeter. Einzelne Gehäuse können aber leicht mit Cochlicopa lubricella, und vor allem mit Cochlicopa repentina, verwechselt werden.

Maße: H: 5 - 7,5 mm; B: 2,4 - 2,9 mm; U: 6. Information: Abkürzungen

Lebensraum und Verbreitung: Cochlicopa lubrica lebt vor allem in mäßig feuchten Biotopen, wie Talwiesen und Flussauen, wo sie sich in Gras und Mulm versteckt, aber auch unter morschem Holz und in der Laubstreu des Waldbodens. Dabei toleriert sie auch kalkarme Standorte, kommt sowohl in der Ebene, als auch im Gebirge, vor. Die Gemeine Glattschnecke ernährt sich hauptsächlich von abgestorbenen Pflanzenteilen, niederen Pilzen und Detritus, frisst aber gelegentlich auch frisches Pflanzenmaterial. Das Verbreitungsgebiet der Art ist holarktisch (vgl. Faunenprovinzen der Erde), in der Schweiz ist die Gemeine Glattschnecke bis in 2600 m NN zu finden.

Im Gegensatz dazu bewohnen Cochlicopa repentina und Cochlicopa lubricella beide trockenere Standorte, Cochlicopa lubricella sogar Rasenbiotope an trockenen Hängen. Beide Arten sind heller gefärbt als Cochlicopa lubrica. Andererseits stellt Cochlicopa repentina möglicherweise gar keine eigene Art dar, sondern nur eine (u.a. ökologische) Variante von Cochlicopa lubrica.

Die glänzende Glattschnecke (Cochlicopa nitens) schließlich zeichnet sich durch große, bauchige Gehäuse mit stark gewölbten Umgängen aus. Sie kommt in unveränderten Feuchtgebieten und Kalkflachmooren vor. Die in Mitteleuropa zerstreut vorkommende Schneckenart gehört in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet zu den bedrohten Tierarten.

Francisco Welter-Schultes: Cochlicopa lubrica species homepage.
Mollbase: Cochlicopidae.
Aydin Örstan: A confusing snail in the backyard.
Georg F. J. Armbruster: Systematics of land snails. Über die Folgen genetischer Untersuchung auf die herkömmliche Systematik z.B. der Cochlicopidae.

Literatur