Klagenfurter Quellschnecke (Graziana klagenfurtensis)

Zwergdeckelschnecken (Hydrobiidae).


Klagenfurter Quellschnecke (Graziana klagenfurtensis).
Bild: © Alexander Mrkvicka, Wien (mrkvicka.at).
 

Quellschnecken sind winzige Süßwasserschnecken, die oft nur in einer oder wenigen Quellen, manche auch im Grundwasser, vorkommen. Daher sind sie äußerst empfindlich gegen die Verunreinigung des Wassers und die Absenkung des Grundwassers. Sie gehören systematisch zu mehreren Familien der Süßwasserschnecken, unter anderem den Zwergdeckelschnecken (Hydrobiidae) und den Quellschnecken (Amnicolidae).

 
Bild: © Alexander Mrkvicka, Wien (mrkvicka.at).

Ein Beispiel ist die Klagenfurter Quellschnecke (Graziana klagenfurtensis, Familie Hydrobiidae). Diese kleine Schnecke wird etwa 1,5 mm groß und wurde 1994 erstmals aus der einer Quelle in Klagenfurt (Kärnten, Österreich) beschrieben. Während man 1994 noch davon ausging, dass die Klagenfurter Quellschnecke in sechs nahe beieinander liegenden Quellen im Gebiet der Sattnitz bei Klagenfurt zu finden ist, rät eine Einschätzung, dass man vorsichtig eher von fünf Quellen ausgehen sollte.

Alle fünf oder sechs Quellen, in denen die Klagenfurter Quellschnecke vorkommt, sind von Umweltverschmutzung und Grundwasserabsenkung in Mitleidenschaft gezogen.

Die Klagenfurter Quellschnecke (ein inoffizieller Trivialname) ist aber eine endemische Art, die weltweit nur in den 5 Quellen südlich von Klagenfurt zu finden ist.

Diese Quellen wurden allerdings schon vor Jahrzehnten gefasst und die Schnecken leben heute nurmehr in den Abflüssen der Überläufe. Falls diese Überläufe in einem trockenen Jahr oder wegen verstärkter Wasserentnahme trocken fallen sollten, würden die Schnecken in der betreffenden Quelle aussterben. Bei einer Quelle führt außerdem eine Schotterstraße vorbei, von der bei Regen Feinsediment in die Quelle gespült wird. Bis jetzt gibt es jedoch keinen Plan zum Schutz oder schneckengerechtem Management der kleinen Quellschneckenart und der Quellen, in denen sie vorkommt.

 
Der orangefarbene Deckel, wie bei diesem Exemplar schön zu
sehen, unterscheidet Graziana und Belgrandiella von vielleicht
ebenfalls vorkommenden Arten von Bythinella (Amnicolidae).

Graziana klagenfurtensis steht auf der Roten Liste bedrohter Tierarten: Sie wird aufgrund der Gefährdung ihres Lebensraums und des endemischen Charakters ihres Verbreitungsgebietes als vom Aussterben bedroht (critically endangered) eingestuft (vgl. Gefährdungskategorien gemäß Roter Liste).


Gefährdungskategorien laut IUCN.

Systematik:

Ordnung: Neotaenioglossa
Überfamilie: Rissooidea
Familie: Hydrobiidae
Unterfamilie: Belgrandiinae
Graziana klagenfurtensis

Quelle: Fauna Europaea.

Quelle:

  Reischütz, P. 2009. Graziana klagenfurtensis. In: IUCN 2011. IUCN Red List of Threatened Species. Version 2011.1. <www.iucnredlist.org>. Abgerufen: 01.07.2011.

Links:

  Kärtner Institut für Seenforschung: Endemiten.