Graecoanatolica macedonica

 
Graecoanatolica macedonica auf eine 1-Denar-Münze.
Bild: © Alexander Mrkvicka, Wien (mrkvicka.at).

Die mazedonische Quellschneckenart Graecoanatolica macedonica war bis 2000 als endemische Art aus dem Gebiet des Dojran-Sees an der mazedonisch-griechischen Grenze bekannt, wo die Art in der Uferzone auf steinigem und sandigem Untergrund in einer Tiefe von 0 bis 50 cm vorkam. Zu ersten dramatischen Rückgängen kam es in den 70er Jahren, als der Wasserspiegel des Sees sank. Durch einen starken Abfluss im Jahre 1988 sank der Wasserspiegel des Sees um weitere 60 cm, was zur Isolierung der Zone führte,  in der die Schnecken normalerweise vorkamen. Von einer Wassertiefe von 10,4 m in den 30er Jahren sank der Wasserspiegel auf 5,6 m im Jahre 1995.

Man ging bisher davon aus, dass die Art bis im Jahr 2000 ausgestorben war. Seither hat man keine lebenden Exemplare mehr gefunden.

Subfossile Schalen, die möglicherweise aus dem Sediment ausgewaschen wurden, erlaubten keinen Hinweis auf ein mögliches Überleben der Art. Erst in jüngster Zeit hat man frischere Schalen gefunden, die Anlass zur Hoffnung verleihen, dass die Art möglicherweise in einem isolierten Gewässerteil überlebt hat oder sich durch eine Veränderung ihrer Lebensweise an die veränderten Lebensbedingungen hat anpassen können.

Nach der in der Roten Liste veröffentlichten Einschätzung ist es zur Klärung erforderlich, dass weitere Untersuchungen Aufschluss darüber geben, ob es sich bei den gefundenen Gehäusen um subfossile oder frische Gehäuse handelt und natürlich, ob die Art irgendwo im Gebiet des Sees überlebt hat. Weiterhin wird das Wasser des Sees in erheblichen Maße zur Bewässerung von Agrarflächen genutzt. Eine weitere Beeinträchtigung der Wasserqualität findet durch die Einschwemmung von Dünger und Pflanzenschutzgiften statt.

Albrecht, C.; Hauffe, T.; Reischütz, P. (2011): Graecoanatolica macedonica (Link). In: IUCN 2011. IUCN Red List of Threatened Species. Version 2011.2. <www.iucnredlist.org>.

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Graecoanatolica macedonica
vom Dojran-See in Mazedonien.
Bilder: © Alexander Mrkvicka, Wien (mrkvicka.at).