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Schistosoma mansoni - Erreger der Bilharziose


Pärchen des Pärchenegels (Schistosoma mansoni) (REM-Auf-
nahme). Bild: Stephen J. Davies (Quelle).
 

Die Bilharziose ist eine Tropenkrankheit, deren Name auf den deutschen Tropenarzt Theodor Bilharz zurück geht, der 1852 den Erreger entdeckte.

Dieser Erreger ist ein Spulwurm namens Schistosoma - der Pärchenegel. Die wichtigsten Vertreter sind Schistosoma mansoni, Schistosoma haematobium und Schistosoma japonicum.

Die Bezeichnung Pärchenegel rührt daher dass Männchen und Weibchen gemeinsam als Paar leben, wobei das etwas längere Weibchen - beide sind etwa 1 bis 2 cm lang - in eine Bauchfurche des Männchens verbleibt.

Die Bilharziose kann man sich vor allem in tropischen flachen stehenden Gewässern zuziehen, in denen der Zwischenwirt vorkommt, der für die Ausbreitung des Pärchenegels unerlässlich ist. Dieser Zwischenwirt ist immer eine Süßwasserschnecke.

 
Bulinus truncatus, Biomphalaria glabrata und Oncomelania hupen-
sis
im Labor. Quelle: Lewis, Liang, Raghavan, Knight (2008).

Bei Schistosoma mansoni ist es zum Beispiel Biomphalaria glabrata und andere Vertreter der zu den Posthornschnecken (Planorbidae, Basommatophora) gehörenden Gattung Biomphalaria. Auch Bulinus truncatus (obwohl er nicht so aussieht) gehört zu den Posthornschnecken. Oncomelania hupensis schließlich gehört zu den Pomatiopsidae (nicht zu verwechseln mit den landlebenden Pomatiidae, beide Caenogastropoda) und ist weitläufig mit den Quellschnecken (Hydrobiidae) verwandt.

Taxonomie der Gastropoda: Klade Caenogastropoda: Pomatiopsidae.

Art

Schistosoma mansoni Schistosoma haematobium Schistosoma japonicum
Zwischenwirt Biomphalaria glabrata Bulinus truncatus Oncomelania hupensis
Verbreitung Afrika, Saudi-Arabien, Südamerika, Karibik Afrika Japan, China, Philippinen

Die Eier des Pärchenegels werden mit den Ausscheidungen des Endwirtes - eines Säugetiers oder Menschen - im Gewässer verbreitet. Dort schlüpfen die Miracidien. Diese einfachen Larven sind nur etwa 48 Stunden lebensfähig. In dieser Zeit muss es ihnen gelingen, einen Zwischenwirt, also die passende Schnecke, zu finden, um sich in ihrem Organismus zu vermehren und schließlich in Cercarien zu verwandeln. Die Larven sind weitgehend wirtsspezifisch, d.h. es müssen Schnecken der richtigen Art verfügbar sein.

Die Cercarien verlassen die Schnecke durch ihre Körperwand und können bis zu zwei Tagen frei schwimmend überleben. In dieser Zeit befallen sie im Wasser stehende Säugetiere durch die Beine und gelangen über die Blutbahn in die Leber. Dort findet die sexuelle Fortpflanzung statt und die Eier werden wieder mit dem Blut wegtransportiert.

Beschwerden entstehen dem Menschen durch das Eindringen der Cercarien in die Haut, was einen starken Hautausschlag hervorruft, sowie durch die Beeinträchtigung des Körpers durch die Cercarien (starke, bis tödliche Fieberanfälle) und die Eier (verstopfte Blutgefäße). Beim Verlassen des Körpers durch die Eier entstehen oft Verletzungen im Darm- und Blasenbereich, da die Eier hakenbewehrt sind. Dabei kann auch Blasenkrebs entstehen.

Man versucht, in verseuchten Gewässern der Ausbreitung der Pärchenegel Herr zu werden, indem man versucht, die Schnecken mit Schneckengiften zu vernichten oder ihnen ihren Lebensraum zu nehmen, indem man die Ufervegetation entfernt. Besonders gefährlich sind flache, warme stehende Gewässer, wie Reisfelder und Bewässerungsprojekte.

Quellen:

Literatur: