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Puppenschnecken (Pupillidae)

  Überfamilie Pupilloidea (Puppenschnecken)
 
Familie Lauriidae (Genabelte Puppenschnecken)
Familie Strobilopsidae
Familie Argnidae
Familie Orculidae (Fässchenschnecken)
Familie Chondrinidae (Kornschnecken)
Familie Pupillidae (Puppenschnecken)
Familie Pyramidulidae (Pyramidenschnecken)
Familie Valloniidae (Grasschnecken)
Familie Vertiginidae (Windelschnecken)
 
  Übersicht über die Überfamilie der Pupilloidea.
Quelle: Mollbase: Pupilloidea.

Systematik

Klasse: Gastropoda
Unterklasse: Pulmonata
Überordnung: Eupulmonata
Ordnung: Stylommatophora
Unterordnung: Orthurethra
Überfamilie: Pupilloidea
Familie: Pupillidae Turton 1831

Quelle: Mollbase auf http://www.mollbase.de/list/.

Puppenschnecken haben ihren Namen von ihrer äußerlichen Ähnlichkeit mit der Puppe eines holometabolen Insekts. Sie sind meist größer als die Windelschnecken (Vertiginidae) und haben deutliche, wenn auch kurze, untere Fühler. Puppenschnecken sind sehr weit verbreitet und kommen auf nahezu allen Erdteilen, mit Ausnahme der Antarktis, vor. In Europe erstreckt sich ihr Verbreitungsgebiet bis in die Polarregionen und in den Alpen bis über 2000 m NN.

Wikipedia: Puppenschnecken.

Moospüppchen - Pupilla muscorum (Linnaeus 1758)


Moospüppchen (Pupilla muscorum).
Bild: © Stefan Haller (schneckenfoto.ch).
 

Beschreibung: Das Moospüppchen, auch Moospuppenschnecke genannt, hat normalerweise ein hellbraunes Gehäuse, dessen Farbe von rötlich braun bis gelblich hornfarben variieren kann. Das Gehäuse ist leicht gestreift, kann aber auch eine nahezu glatte Oberfläche haben. Die Umgänge sind leicht gerundet mit einer nicht sehr tiefen dazwischen liegenden Naht. Die Mündungslippe ist meist gut ausgebildet, der Nackenwulst deutlich erkennbar, setzt sich mit seiner weißen Farbe von der übrigen Gehäusewand ab. Meist ist in der Mündung ein parietaler (oben liegender) Zahn zu sehen, oft auch ein palataler (unten liegender).

Die Schnecke selbst ist klein, der Fuß ist elliptisch, dunkel gefärbt, an den Seiten und der Sohle aber heller gefärbt. Die oberen Fühler sind nicht sehr lang, die unteren sind sehr kurz.

Maße: H: 3 - 4 mm; B: 1,65 - 1,75 mm; U: 5 - 6½. Information: Abkürzungen

 
Gehäuse des Moospüppchens (Pupilla muscorum).
Bild: © Vollrath Wiese (Haus der Natur), Cismar.

Lebensraum und Verbreitung: Moospuppenschnecken leben auf trockenen Wiesen, sogar auf Sanddünen und in mehr oder minder offenen und sonnigen Lebensräumen.

Die Schnecke bevorzugt zwar oft kalkreichen Boden, wird aber auch als gesteinsindifferent beschrieben (Ehrmann, P. (1956), p. 46). In Portugal tritt sie auch unter Steinen, Laub und im Moos auf. In Großbritannien tritt die Art of auf kalkreichen Schafweiden auf.

Moospuppenschnecken sind ovovivipare Schnecken, die Eier können im Muttertier überwintern und werden dann im Frühling bei vorteilhaften klimatischen Bedingungen abgelegt. Während die Jungtiere von Pupilla muscorum meist bei der Geburt schlüpfen (und dann die ersten Wochen mit der Eihaut über dem Gehäuse umher kriechen), brauchen die Embryonen der Alpen-Puppenschnecke (Pupilla alpicola) nach der Eiablage noch einige Tage, um sich zu entwickeln.

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die nördliche Hemisphäre (holarktisch, vgl. Faunenprovinzen der Erde), Moospuppenschnecken kommen praktisch in ganz Europa vor. In den Alpen liegt die Höhengrenze der Ausbreitung von Pupilla muscorum bei 1500 m NN (Ehrmann (1956), s. o.), während die Alpenpuppenschnecke z. T. bis in einer Höhe von 2400 m NN vorkommen kann.

Francisco Welter-Schultes: Pupilla muscorum species homepage.

Zweizähnige Puppenschnecke - Pupilla bigranata (Rossmässler 1839)


Zweizähnige Puppenschnecke (Pupilla bigranata).
Bild: © Stefan Haller (schneckenfoto.ch).
 

Beschreibung: Die Zweizähnige Puppenschnecke ist kleiner als die Moospuppenschnecke. Die Oberfläche des Gehäuses ist leicht gestreift und die Umgänge sind etwas kräftiger gerundet, als bei Pupilla muscorum. Die Nackenschwiele des Gehäuses ist kräftig ausgebildet. Die Mündungslippe ist umgefaltet. Die Mündung weist zwei Zähne, palatal (unten) und parietal (oben), auf, der Palatalzahn ist recht stark ausgebildet.

Maße: H: 2,5 - 3,5 mm; B: 1,5 mm; U: 5 - 6½. Information: Abkürzungen

Lebensraum und Verbreitung: Die Zweizähnige Puppenschnecke lebt auf trockenen und warmen, grasbewachsenen Hängen. In der Schweiz ist die Art bis in einer Höhe von 2000 m NN. zu finden.

In der Schweiz kommt die Zweizähnige Puppenschnecke nur noch sehr vereinzelt vor, man geht davon aus, dass nur noch drei Populationen nachgewiesen können. In Bayern ist Pupilla bigranata ausgestorben, in der Schweiz und in Rheinland-Pfalz ist die Art vom Aussterben bedroht. Während die Zweizähnige Puppenschnecke in Deutschland allgemein als stark gefährdet eingestuft ist, ist sie in Österreich selten. Allgemein nimmt der Bestand dieser Schneckenart offensichtlich ab (vgl. Gefährdungskategorien gemäß Roter Liste).

Francisco Welter-Schultes: Pupilla bigranata species homepage.
Bössneck, U. (2009): Ein Vorkommen von Pupilla bigranata sensu Geyer, 1910 in Ostdeutschland (Gastropoda: Pupillidae). - Mollusca 27 (2): 173-177. Dresden.


Mit Bildern von Stefan Haller:
http://www.schneckenfoto.ch.