Schnecken als Haustier

 
Weinbergschnecken und eine Gartenbänderschnecke im Terra-
rium. Bild: Robert Nordsieck.

Schnecken sind dankbare Haustiere - sie sind einfach zu pflegen und müssen nicht Gassi geführt werden. Darüber hinaus sind sie aber interessant zu beobachten, so dass ein Schneckenterrarium beispielsweise auch in der Schule zur Bereicherung beitragen kann.

Wir haben seit einigen Wochen mehrere Weinbergschnecken (Helix pomatia) und Bänderschnecken (Cepaea hortensis), die in einem Glasterrarium gehalten werden. Bisher konnten wir bereits mehrere Paarungen beobachten, auch wurden schon mehrfach Eier abgelegt, aus einem Gelege sind die Jungen bereits geschlüpft, so dass wir auch ihre Entwicklung beobachten können.

Für diese Jungschnecken haben wir in einer kleinen Plastikbox ein besonderes Jungschnecken-Terrarium eingerichtet, so dass uns keine kleinen Schnecken verloren gehen (die Jungschnecken sind bis jetzt erst wenige Millimeter groß).

Als Anleitung für alle Interessierten, die auch gerne Schnecken halten würden, möchten wir an dieser Stelle das Terrarium für die erwachsenen Schnecken und die Jungschneckenbox beschreiben. Natürlich ist unser Terrarium nicht die einzig gute, aber eine gute Möglichkeit.

Terrarium für große Schnecken


Das Terrarium für große Schnecken. Bild: Robert Nordsieck.
 

Das dargestellte, im Handel erhältliche Glasterrarium ist 40 cm breit, 25 cm hoch und 30 cm tief. Die Frontscheibe ist als Schiebetür abnehmbar. Die Dachscheibe ist von einer Metallleiste mit Lüftungslöchern unterbrochen.

Wie in der Abbildung sichtbar haben wir im Terrarium eine etwa 4 cm starke Schicht aus Terrarienerde eingebracht, so dass besonders den Weinbergschnecken eine ausreichende Erdschicht zum Graben zur Verfügung steht, die auch bei jeder Gelegenheit gerne genutzt wird, zum Verstecken ebenso, wie zum Ablegen der Eier.

Wir möchten dringend davon abraten, im Gartenhandel erhältliche Blumenerde zu verwenden, die im Allgemeinen mit Chemikalien durchsetzt ist, die möglicherweise negative Auswirkungen auf die Schnecken haben. Auch sollte man nicht unbedingt Erde aus der Natur verwenden, da man sich damit leicht irgendwelche Schädlinge, im schlimmsten Fall Nematoden oder andere Parasiten, einfangen kann, die die Schnecken infizieren können. In unserem Fall handelt es sich um eine spezielle Terrarienerde, die in demselben Betrieb erhältlich war, in dem wir auch das Terrarium erstanden haben.

Auf der Erdschicht liegt eine Schicht grüner Blätter mit wechselnder Zusammensetzung, die den Schnecken als Futter ebenso dient, wie als Versteck. Wir haben die Blätter unterschiedlicher Pflanzen aus der Natur verwendet, allerdings mit Löwenzahnblättern die besten Erfahrungen gemacht, da diese von den Schnecken auch besonders gern gefressen werden.

 
Eierschalen dienen den Schnecken als Kalkquelle.
Bild: Robert Nordsieck.

Zusätzlich werden die Schnecken mit Eierschalen als zusätzlicher Kalkquelle versorgt. Erst dann begannen die Tiere, sich zu paaren und anschließend Eier abzulegen, da Kalk auch für die Herstellung der eigenen Eierschalen verwendet wird. Die Schnecken fraßen auch an der Eihaut, setzten sich darüber hinaus in die Eierschale und lösten mit der Fußsohle Kalk heraus, was man anschließend als grüne Spuren in der Eierschale erkennen konnte.

Im Hintergrund des Bildes ist ein großes Rindenstück erkennbar, das den Schnecken als Versteck dient (man könnte zum Beispiel auch einen halben Blumentopf oder ein vergleichbares Behältnis verwenden). Die Schnecken nahmen dieses Versteck dankbar wahr, versteckten sich z.B. darunter, um Trockenschlaf zu halten.

Hinweis: Indem man Schnecken im Garten geeignete Versteckmöglichkeiten zur Verfügung stellt, kann man sie leichter absammeln, da sie dort dann in größerer Zahl zu finden sind!

Die Schnecken werden mit Gurkenscheiben und Apfelstückchen gefüttert. Zusätzlich fressen sie, wie bereits erwähnt, den Löwenzahn sehr gern.

Das Terrarium muss alle paar Tage von Schleim und Kot gereinigt werden, überdies sollte man bei dieser Gelegenheit auch übrig gebliebene Nahrungsstückchen entfernen, die sonst in Fäulnis übergehen können. Der Vorteil einer Auflage aus gepflückten Löwenzahnblättern im Terrarium ist in diesem Zusammenhang, dass sie sich leichter entfernen lassen, als wenn man versuchen würde, lebenden Löwenzahn ins Terrarium zu pflanzen.

Was fressen Schnecken? Ein Überblick über Futtermittel für Weinbergschnecken (Helix pomatia), gefleckte Weinbergschnecken (Cornu aspersum), Bänderschnecken (Cepaea nemoralis) und andere Schnecken.

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Terrarium für Weinbergschnecken

 

Schläfrige Schnecken


Was hilft gegen schläfrige Schnecken?. Bild: Robert Nordsieck.
 

Was tun, wenn die Schnecken tagaus, tagein schläfrig in ihrem Terrarium sitzen?

 
Ein schmaler Spalt lässt Kohlendioxid entweichen.
Bild: Robert Nordsieck.

Der Grund dafür kann mangelnde Sauerstoffversorgung sein: Unser Terrarium verfügt über eine Siebleiste am der hinteren Kante und außerdem bleibt zwischen Frontscheibe und Terrarium ein mehrere Millimeter breiter Spalt. Dennoch blieben unsere Schnecken meistens inaktiv. Nur, wenn das Terrarium frisch gereinigt war, krochen sie umher und fraßen. 

Die Lösung des Problems: Schnecken, ebenso, wie wir, atmen Kohlendioxid aus, das bekanntlich schwerer als Luft ist. So schläferten sich die Schnecken nach einiger Zeit selbst ein, weil sich das Kohlendioxid am Boden des Terrariums sammelte.

Eine provisorische Lösung des Problems fand sich, indem wir zwei Teelöffel unter die Frontscheibe klemmten.

Durch diesen wenige Millimeter hohen Spalt konnte das Kohlendioxid entweichen, nicht jedoch die Schnecken.

Seitdem zeichnen sich die Schnecken durch weit höhere Aktivität aus, wir finden eigentlich bei jeder Beobachtung des Terrariums mehrere aktive Schnecken. Außerdem fressen die Schnecken auch viel mehr. Entsprechend werden sie hoffentlich auch mehr wachsen und sich fröhlich paaren ...

Fortsetzung:

Aufzucht von Jungschnecken.

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Eine Lösung für ausreichende Sauerstoffversorgung

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