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Wirtelschnecke

Aegopis verticillus Lamarck 1822

Systematik

 
Gut erkennbar: Die "wirtelig" stehenden hellen Streifen des
Gehäuses bei einer Wirtelschnecke. Bild: Robert Nordsieck.
   
 
Der Kopf einer Wirtelschnecke mit den langen Fühlern.
Bild: Robert Nordsieck.

Klasse: Gastropoda
Unterklasse: Pulmonata
Überordnung: Eupulmonata
Ordnung: Stylommatophora
Unterordnung: Sigmurethra
Infraordnung: Arionoinei
Überfamilie: Zonitoidea
Familie: Zonitidae Mörch 1864

Quelle: Mollbase auf http://www.mollbase.de/list/ und Fauna Europaea auf http://www.faunaeur.org.

Die Wirtelschnecke oder Riesenglanzschnecke ist eine der charakteristischen Arten des Wienerwaldes, wo die großen Schnecken mit dem glänzenden Gehäuse an waldigen feuchten Standorten anzutreffen sind. Das Gehäuse der Wirtelschnecke ist rundlich kegelförmig mit erhobenem Gewinde.


Bei diesem Jungtier erkennt man den charakteristischen Kiel.
Bild: Martina Eleveld.
 
   

Dieses Jungtier im Wienerwald weist oberhalb der Mündung
noch einen leichten Kiel auf. Bild: Robert Nordsieck.
 

Während erwachsene einen gerundetem oder stumpf gekanteten letzten Umgang zeigen, sind die Gehäuse von Jungtieren gekielt, so dass sie vor allem fossil schon mit den Gehäusen des Steinpickers (Helicigona lapicida) verwechselt wurden.

Mit zunehmendem Alter der Schnecke wird der Kiel von gerundeten Umgängen überwachsen, so dass er bei erwachsenen Schnecken nicht mehr sichtbar ist.

Das glänzend hornfarbene Gehäuse der Wirtelschnecke ist auf der Oberseite gegittert. Quer zu den Windungen sind charakteristische hellere Zonen zu erkennen, die frühere Wachstumsunterbrechungen (Winter, sommerliche Trockenruhe) markieren. Ihre wirtelige Stellung (vgl. Blattstellung bei Pflanzen) hat gebräuchlichsten Trivialnamen der Schnecke geführt. Ähnliche Flecken, die Wachstumsunterbrechungen andeuten, kann man auch bei der Illyrischen Felsenschnecke (Faustina illyrica) sehen.

Maße: Höhe: 16-17; Breite 26-30 mm; Umgänge: etwa 6.

Das Tier selbst ist schlank mit einer schmalen Fußsohle und sehr langen Fühlern. Die Färbung des Körpers kann von hellgrau bis dunkelgrau, nahezu schwarz, reichen. Die Seiten sind heller mit einem schmutzig gelblichen Farbton, gefärbt.

Wie die meisten Glanzschnecken (Zonitidae) sind auch Wirtelschnecken zumindest Allesfresser. Sie leben von totem Pflanzenmaterial, aber auch Aas und kleineren Gehäuseschnecken, vor allem aber deren Gelegen.

 
Ein hellfarbiges Exemplar der Wirtelschnecke aus Niederöster-
reich, südlich von Wien. Bild: Martina Eleveld.
 
Wirtelschnecke (Aegopis verticillus) am Wilhelminenberg in
Wien. Bild: Robert Nordsieck.

Aegopis verticillus ist in seinem Lebensraum unter Laub und zwischen Steinen auf feuchtem Boden und an Sickerstellen in Bergwäldern niederer Lagen anzutreffen; trockene Perioden verbringt er meist im lockeren Erdreich eingegraben.

Das Verbreitungsgebiet der Art erstreckt sich von Bosnien, Montenegro und Ungarn zu den Ostalpen, den Karnischen und den Salzburger Alpen. Zerstreut kommt sie bis ins mährische Stufenland vor. In Italien tritt die Wirtelschnecke im Süden, in Kalabrien, auf.

Vereinzelte deutsche Vorkommen befinden sich bei Marktschellenberg im Berchtesgadener Land, im Salzachtal und im südlichen Bayrischen Wald. 1880 wurde die Wirtelschnecke im Englischen Garten von Landsberg am Lech künstlich angesiedelt. In Deutschland wird die Wirtelschnecke als gefährdet eingestuft ( vgl. Gefährdungskategorien gemäß Roter Liste).

Wikipedia: Die Wirtelschnecke (Aegopis verticillus).
Francisco Welter-Schultes: Aegopis verticillus species homepage.